Im Volksmund der Heron-Platz

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Richtig war natürlich Anwort A. Auch heute gibt es im Geschäft rechts noch Bücher

Leser erinnern sich an Bücher, Brunnen und Gastronomie

Viele Leser haben die Antwort zu unserem Rätselbild der vergangenen Woche gewusst. Dazu gehört auch Herbert Ramoth. Er schreibt: „Offiziell heißt der Platz ‘Am Stadtbrunnen’, aber viel bekannter und im Volksmund gebräuchlich ist die Bezeichnung Heron-Platz. Nun gibt es zwar den eigentlichen Namensgeber, den Stadtbrunnen, seit den 1990 er-Jahren nicht mehr – hier steht jetzt der Springbrunnen ‘Wassertor’ – aber auch Heron ist Geschichte und wurde durch Hugendubel ersetzt. Geblieben ist aber auf jeden Fall über die gesamte Zeit das Gebäude als eine bewährte Cottbuser Buchhandlung mit vielen interessanten Veranstaltungen. An eine kann ich mich noch sehr gut erinnern. Es war die Buchlesung mit dem leider viel zu früh verstorbenen Schriftsteller Hans Weber, der 1984 oder 1985 seinen neuen Roman ‘Alter Schwede’ dort vorstellte. Für uns war es ein besonderes Erlebnis, verbrachten wir doch von 1953 bis 1957 gemeinsam die Studienzeit im Institut für Lehrerbildung Neuzelle. Aber auch die Vorstellungen des Cottbuser Heimatkalenders im Heron-Buchhaus sind noch in guter Erinnerung. Am 17. November ist es wieder soweit, dann wird der Heimatkalender 2017 im Hugendubel präsentiert.“
Bescheid weiß auch Günther Biallas. Er schreibt: „Bei dieser schönen Aufnahme sieht man die Heron-Buchhandlung. Der Platz davor ist der Heron-Platz. Heute heißt die Buchhandlung Hugendubel, und der Platz trägt den Namen Am Stadtbrunnen. Leider sieht der Platz ziemlich trostlos aus. Dafür ein Brunnen in Form eines nicht gerade schönen Metallgestelles. Der Brunnen soll das Tor zum Spreewald darstellen. Da muss man schon sehr viel Fantasie haben. Der Brunnen wurde in diesem Jahr mit einer sehr aufwendigen Aktion gereinigt, sein Aussehen ist aber weiterhin sehr traurig. Das ist auch die Meinung vieler Cottbuser und Gäste, mit denen ich ins Gespräch komme.“
Auch Klaus Reiter erkannte Lösung A. Er schreibt uns: „Hier handelt es sich um die Volksbuchhandlung ‘Jenny Marx’, die 1969 eröffnet wurde. Es war das größte Buchhaus des Bezirkes Cottbus. Daneben ist das Stadttor, genannt ‘Zwecke’, zu sehen. Das war eine Selbstbedienungsgaststätte, auf der Terrasse konnte man im Sommer Eis essen, es gab Kaffee und Kuchen oder wer wollte, konnte ein Bierchen genießen. Weiter links ist der herrliche Brunnen (Krebsbrunnen) zu sehen. Dieser ging 1969 in Betrieb und hatte herrliche Krebsmotive. Die Glaskugeln kamen aus Weißwasser. Es war unverantwortlich, diesen Brunnen abreißen zu lassen und so ein häßliches Rohrgebilde hinzustellen.“
Otto Blunck denkt gern an diesen Ort zurück: „ Es handelt sich um A) die ehemalige Buchhandlung ‚Jenny Marx‘, erbaut 1969. Schön, dass im Hintergrund der geschmackvolle Stadtbrunnen des früheren Künstlers Rudolf Graf noch einmal zu erkennen ist. Er war ein wahres Kunstwerk und fast immer funktionstüchtig. Dazu ein beliebter Treffpunkt. Er hätte bleiben sollen!“
Ins Schwelgen kommt auch Helga Leber: „Ja, der Platz und seine Umgebung haben ihr Antlitz verändert, leider! Wie herrlich und wunderschön war doch das Ensemble mit der Brücke und der blauen Uhr, dem Sternchen und den verschiedenen Pavillons mit Springbrunnen vor der Gaststätte. Das ‚Stadttor‘ mit der schönen großen Terrasse obenauf gehörte auch dazu. Nach jedem Stadtbummel gingen wir mit den Kindern dorthin, wo sie begeistert ihr Eis schleckten. Und neben dem Stadttor die Buchhandlung ‚Jenny Marx‘, heute Hugendubel. Also ist die richtige Lösung A! Ich hatte das große Glück, eine Mitarbeiterin zu kennen, von der ich die heißbegehrten Gartenbücher unterm Ladentisch bekam. Wir stehen heute noch in Verbindung, auch wenn sie nach Berlin ‚ausgewandert‘ ist. Herzlichen Dank für diese wunderbare Erinnerung!“
Die richtige Lösung kannten auch  Rainer Wollmann, Dieter Kattusch und Diethart Schulz.
Vielen Dank allen fleißigen Schreibern. Die Kommentare-Sammlung gewonnen hat diese Woche Helga Leber.

Herzlichen Glückwunsch!