Nicht weit von Guben steht ein noch gut erhaltenes Herrenhaus auf Kohle.

Unsere Leser haben gut beobachtet: Das stolze Schloss in der polnischen Niederlausitz ist schwer zu finden; selbst wenn man schon im gesuchten Dorf ist, bleibt es abseits lange von Bäumen verdeckt. So, als wolle es jemand verstecken. Unser Leser Reinhard Semt sieht das so: „Wenn man sich, von Body/Pförten kommend, durch das Hinterland über die Erdbeer- und Spargelfelder von Kümmeltitz/Kumialtowice nach Guben/ Gubin durchschlägt, ist rechterhand in Liebesitz/Luboszyce teils hinter hohen Bäumen versteckt dieses Schloss zu sehen. Dieser Anblick entschädigt etwas für die schlechten Straßen sowie die meist unansehnlichen Gebäude entlang derselben. Allerdings muss man wissen, dass das Areal zwischen Brody und Gubin eigentlich durch einen Tagebau überbaggert werden sollte. Möglicherweise sprachen letztendlich die fehlenden polnischen Kompetenzen bezüglich der Förderbrückentechnologie und des Dichtwandbaus gegen dieses Projekt. Letztere Technologie wurde ab den 60er Jahren als Reaktion auf von Polen in Dollar geforderte Ausgleichszahlungen für Grundwasserabsenkungen durch u. a. den Tagebau Jänschwalde entwickelt. Sie ist weltweit fast einzigartig und entsprechend teuer.“

Jens Pumpa aus Cottbus weiß: „Im Dorf Luboszyce/Liebesitz befindet sich ein neugotisches Schloss aus den Jahren 1846-1850 mit dem sehenswerten Landschaftspark und in der Nähe ein wichtiger archäologischer Sitz der Liebesitzer Kultur aus dem zweiten bis vierten Jahrhundert (Überreste einer Siedlung und eines Friedhofs). Während die Gutsscheunen zum großen Teil sehr verfallen wirken, befindet sich das Schloss in vergleichsweise gutem Zustand. Bis 1945 gehörte Liebesitz zu Deutschland. Im Frühjahr 1945 wurde das Dorf von der Roten Armee besetzt und kurz darauf unter polnische Verwaltung gestellt. In der Folgezeit wurde die deutsche Bevölkerung von der örtlichen polnischen Behörde vertrieben und durch Polen ersetzt.“
Ines Krätsch aus Döbern findet: „Auch wer das Jahrbuch NiederLausitz zwanzig-dreiundzwanzig nicht gelesen hat, könnte durch Ihren dezenten Hinweis auf die Lösung kommen, denn Geisendorf und Triebel/Trzebiel sind allgemein bekannt. Liebesitz liegt etwa 12 Kilometer südlich von Gubin. 1658 wurde der Ort mit der Bezeichnung Lubschütz erwähnt. Das Bild zeigt das neugotische Schloss aus den Jahren 1846-1850 und den Landschaftspark.“
„

Glanz aus vergangenen Zeiten!“ meint Arno Schulz aus Guben und fährt fort: „Zu sehen ist das Herrenhaus des Gutes von Liebesitz, heute Luboszyce in Polen. Ein ähnlicher schlossartiger Bau steht in Lübbinchen bei Guben. Errichtet wurde es ab 1846 im neugotischem Stil mit Tudor-Elementen. Bei meinen Fahrten durch den Ort habe ich immer wieder am Schloss angehalten, war aber nie in dem Gebäude. Da es schon länger unbewohnt ist und auch die Wohnungen in den Hofgebäuden leergezogen wurden, zerfällt das gesamte Objekt zu Ruinen, wenn nicht bald ein finanzstarker Investor sich des Objektes annimmt. Für die Wirtschaftsgebäude kommt teilweise jede Hilfe zu spät. Es kam immer zu Wechseln der Gutsbesitzer. Letzter Eigentümer war 1945 Franz Rudolf Schulz-Liebesitz.“

Frank Irmer aus Cottbus stellt fest: „Wir sind in Liebesitz/Luboszyce und sehen das neugotische Schloss aus den Jahren 1846/50 in der Wojewodschaft Lebus, 12 Km von Guben. Das Haus ist in vergleichsweise gutem Zustand, was man vom Umfeld nicht sagen kann. Das innere des Schlosses ist leider nicht begehbar. Auch der Schlosspark ist leider sehr verwildert.“

Manfred Gnida aus Spremberg kennt Hintergründe: „Der Rittergutsbesitzer und königlich-preußische Leutnant Gustav Eduard Eugen Seydel erbaute ab 1846 das Schloss, und als guter Geschäftsmann kaufte er Güter um Spremberg, wie Stradow und Wolkenberg, auf. Der damalige Kohe- bergbau um Gosda wird mit seinen Namen verbunden, und Landrat von Spremberg wurde er auch. Liebesitz fiel an Heinrich Seydel und nach 1900 bewirtschaftete das Gut der Rittmeister Georg Seydel. Der Name Seydel ist auch mit der Geschichte der Gubener Stadmühle verbunden, welche als Seydelsche Mühlen 1913 den Betrieb einstellte. Das gesuchte Schloss ist übrigens unter der polnischen Bezeichnung ‘Palac w Luboszycach’ zu finden.“
Klaus Reiter schreibt: „Erstmalig wurde Luboschütz im Jahr 1658 erwähnt; Otto von Strachwitz erbaute das Rittergut in jenem Jahr. Carl Friedrich August Seydel übernahm erst 1817 das Anwesen, nach 1840 wurde dann das Schloss errichtet. Das Gebiet umfasste 275 Hektar. 1945 besetzte die Rote Armee den Ort.“
Danke allen gut informierten Einsendern.
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