Spremberg: Alles Erdenkliche war hier zu kaufen

damals131228_spb
Nach dem Weltkrieg übernahm die HO das Kaufhaus

Spremberger Eckhaus kann auf lange Handels-Geschichte verweisen

Gisela Mildner schreibt: „Lang ist es her, seit das Eckhaus in der Gartenstraße/Dresdener Straße so aussah. Kein anderes Geschäftshaus wurde im Lauf der Jahre so verändert. Auf dem Foto ist das Geschäft von Gotthilf Richter zu sehen. Zu DDR-Zeiten wurde es als HO-Kaufhaus umgebaut. Danach erfolgte der Umbau wie es zurzeit zu sehen ist. Gehandelt wurden darin Einrichtungsgegenstände. Danach war nur Sanitärbedarf im Angebot. Was mich persönlich mit diesem Haus und den jeweiligen Inhabern verbindet, ist die damalige Verkäuferin von Gotthilf Richter und eine Verkäuferin des HO-Kaufhauses. So gab es über vergangene Zeiten Gespräche, solange sie lebten.“
Ursula Krautz schreibt: „Ich habe in der Langen Straße gewohnt und wenn ich zum Marktplatz gegangen bin, musste ich bei Gotthilf Richter vorbei. Dort konnte man alles erdenkliche kaufen. Oft blieb man stehen und sah sich die Angebote an. Heute ist dort ein Eiscafé, wo jeder mal gerne einkehrt.“
Manfred Gnida schreibt: „Als Einkaufsstadt ist Spremberg ein gern besuchter Ort. Damals wie heute sind zahlreiche Geschäfte mit unterschiedlichen Warenangeboten sehr beliebt. So war zum Beispiel das abgebildete Kaufhaus an der Ecke Dresdener Straße, zwischenzeitlich Clara Zetkin-Straße, und der Gartenstraße ein Geschäft für Jedermann. Vor dem Zweiten Weltkrieg konnte man hier Eisenwaren, Bauartikel, Werkzeuge, Steingut, Lampen, Spielwaren, Haus -und Küchengeräte sowie Glas- und Porzellanartikel erwerben. 1872 gründete damals Gotthilf Richter seine Firma, bis im Jahr 1936 Fritz Richter Inhaber wurde und die Angebotspalette vermindert wurde. Nach 1945 war Gotthilf Richter noch Eigentümer, aber 1946 mietete Karl Ulmann das Geschäft an und führte es mit verschiedenen Warensortimenten fort. Laut einer damaligen Anordnung wurde der Großhandel 1948/49 eingestellt und zwangsläufig übernahm die HO das Kaufhaus. Viele werden sich an diese Zeit noch erinnern, denn man konnte hier Textilien, Bekleidung, Sportartikel, Gardinen und Teppiche erwerben. Das damalige Obergeschoss wurde später wegen Einsturzgefahr baupolizeilich gesperrt. Nach Leerstand des Hauses war kurz ein Möbelwerksverkauf dort und 1992 erfolgte ein Abriss und ein modernes Haus wurde neu errichtet. Das Sanitätshaus Spree-Passage befindet sich an dem Ort, wo viele Jahre zuvor ein wechselhaftes Warenangebot dem Kunden zur Verfügung stand. Im Umfeld dieses Hauses hat sich auch vieles verändert. So wurde an dieser Kreuzung ein Kreisel errichtet, das gegenüberliegende früher das Bärs-Süßes Eck und die spätere Volksbuchhandlung abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Persönliche Erinnerungen vom HO Textilkaufhaus habe ich auch noch, als im Oktober 1971 die Feuerwehr einen Löschangriff startete. Es gab jedoch Entwarnung, da es nur eine Übung war. Auch an Solidaritätsbasare, welche an der Ecke zur Gartenstraße so um 1975 veranstaltet wurden, kann ich mich erinnern.“