
Sowjetisches Lazarett im Haus „Glück Auf“ 5
Der Schnappschuss von Heinz Urbank war kein schweres Rätsel für die Spremberger, kein Wunder, wurde die Aufnahme doch auch erst vor wenigen Jahren gemacht. Und so mailte Hardi Jäckel: „Das Foto zeigt das Haus Glück Auf Nummer 5 der Spremberger Wohnungsbaugenossenschaft.
Die Aufnahme entstand zwischen 1990 und 1999. Zu DDR-Zeiten standen nämlich solche Autos nicht vor dem Haus, und 1999 wurde die Glück Auf-Siedlung wunderbar saniert.
Die Lettern an der Hauswand stammen aus dem Jahr 1945, als diese Häuser von der Sowjetarmee als Lazarett genutzt wurden.
Die Farbe der Letter war offensichtlich so gut, dass man sie trotz mehrfachen Überstreichens nach 50 Jahren noch lesen konnte.“
Dieter Herrmann erinnert sich an die Entstehung der Häuser: „Das ganze Wohngebiet besteht aus acht Gebäuden im Carré. Es wurde vor dem Krieg, in den 20er- bis 30er-Jahren errichtet, und es wohnten dort vorrangig die Bergarbeiter der Grube ‘Brigitta’ Spreetal, wahrscheinlich wurde es sogar extra für diese Arbeiter errichtet. Dazu kamen auch einige Mitarbeiter des Kraftwerkes Trattendorf. Die Bergleute hatten eine gute Verkehrsanbindung an ihren Arbeitsort, gleich auf der anderen Straßenseite befand sich der ehemalige Bahnhof Süd mit Anschluss zur Grube Spreetal.“ Warum später russische Schriftzüge an die Fassade kamen, kann auch Dieter Herrmann nur vermuten: „ Ich erinnere mich, dass im abgebildeten Haus russische Militärs wohnten, die dafür zuständig waren, den anfänglichen Rückbau des Kraftwerks Trattendorf zu beobachten und zu bewachen, denn – und das ist wieder Fakt – Deutschland war Russland Reparationen schuldig, und deshalb wollte man das Kraftwerk Teil für Teil nach Russland exportieren. Bis die Deutsch-Sowjetische Freundschaft die Vorgänge stoppte und sogar umkehrte und das Kraftwerk als Jugendkraftwerk ‘Arthur Becker’ in den 50er-Jahren wieder aufgebaut wurde.“
Allen Rätselfreunden ist eines aufgefallen: Das Bild muss nach der Wende aufgenommen sein, denn die Fahrzeugtypen davor gab es nicht zu DDR-Zeiten. Der Schriftzug ist heute auch verschwunden, denn das gesamte Wohngebiet „Glück Auf“ ist Mitte der 90er-Jahre rekonstruiert worden.






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