Spremberg: Villa am Roßplatz

damals080119_spbDie Villa am damaligen Roßplatz galt es zu finden
Sicherlich war unser „Damals war´s“ Bilderrätsel etwas schwierig, aber einige Zuschriften haben uns doch erreicht:
„In vielen Straßen unserer Stadt erinnern Villen an den damaligen Wohlstand ehemaliger Tuchfabrikanten,“ schrieb uns Manfred Gnida. „Eines von diesen zahlreichen Gebäuden ist auf dem Foto zu sehen. Hier am damaligen Roßplatz , dem heutigen Alexander-Puschkin-Platz, entstanden fünf Villen, wovon eine dieses Foto zeigt. Jedes dieser einzelnen Gebäude hat seine eigene interessante Geschichte. Auch das gesamte Umfeld des ehemaligen Roßplatzes mit den angrenzenden Fabriken und des Stadtbahnhofes ist ein Stück Geschichte unserer Stadt.
Der Puschkinplatz wurde vor kurzer Zeit neu gestaltet und die Villen fügen sich mit neuem Glanz gut in das Umfeld ein. Nun etwas zu der abgebildeten Villa, sie wurde 1873 gebaut und bekam 1909 einen Erweiterungsbau. Damals als Wohnsitz des Fabrikanten Heinze errichtet, folgten nach 1945 bewegte Zeiten in diesem Haus. So zog nach dem Krieg eine Zahnpoliklinik ein, die später in die Fröbelstraße übersiedelte. Infolge wurde eine Kinderkrippe des damaligen VEB Sprelawerke Spremberg hier ansässig. Auch das Stadtbauamt nutzte 1991 diese Räumlichkeiten, bevor später ein Umzug dieser Verwaltung zum Markt erfolgte. Seit 1996 ist diese Villa wieder in Privatbesitz und bei vielen Kleintierfreunden gut bekannt. Hier, im Haus Alexander-Puschkin-Platz 2, ist heute die Tierarztpraxis von Ingo Knauer. Selbst war ich mit meiner Enkeltochter schon in dieser Praxis, wenn ihr Zwergkaninchen eine Behandlung benötigte. Es ist gut, dass alle Villen am Puschkinplatz positiv genutzt werden und kein Leerstand in diesen schönen Bauten besteht.“
Stammleser Dieter Herrmann hat uns seine Erinnerungen übermittelt: „Das erkennbare Gebäude ist der Vergangenheit und gleichzeitig der Gegenwart zuzuordnen. Es befindet sich als Eckgebäude im Bereich Puschkinplatz Nr. 2 eingangsmäßig und von der Hofeinfahrt aus betrachtet zur Lassowstraße.
Über seine Geschichte, Besitzer und Bauzeit vor dem Krieg 1945 ist mir leider nichts bekannt. Nach dem Krieg sind mir in Zeitabständen mehrere Nutzer und Einrichtungen bekannt. Beginnend von der staatlichen zahnärztlichen (stomatologischen) Poliklinik, in der, wenn ich mich recht erinnere, Frau Dr. stom. Göpel und Dr. Schneider tätig waren. In diesem Zeitraum war auch eine meiner ersten Jugendlieben dort tätig. Ich holte sie am Puschkinplatz nach Dienstende dort mit dem Fahrrad ab. In weiterer Reihenfolge, soweit mir bekannt ist, zog dann ein Kindergarten bzw. Hort ein, er nutzte das Gebäude über mehrere Jahre.
Nach der politischen Wende zog das Bauamt (Tiefbauamt) dort ein. Hier holte ich anfänglich für meinen ehemaligen Arbeitgeber die erforderlichen Aufgrabegenehmigungen für Reparaturen, Neuverlegungen und Rekonstruktionen der Bereiche Wasser, Abwasser, Gas Elt, Telefon usw. Nach der Umverlegung des Bauamtes zum Markt bzw. in die Lange Straße stand das Gebäude geraume Zeit leer. In Folge zog die Tierarztpraxis Dr. vet. Knauer ein, der zeitlich das Gebäude noch nutzt. Mit der Neugestaltung des Puschkinplatzes änderte sich vor zwei Jahren auch das Vorfeld des Gebäudes. Am Gebäude wurden ebenfalls Werterhaltungsarbeiten durchgeführt.“
Weitere Stadt- und Geschichtskundige haben ihre Erinnerungen übermittelt. Wir haben nur zwei Zuschriften ungekürzt veröffentlicht.