Cottbus: Im Stil der sozialistischen Stadt

Gesucht war die Cottbuser Stadthalle

Der Aufbau der Cottbuser Stadthalle am Berliner Platz.

Viele Leser haben die Antwort zu unserem Rätselbild  gewusst. Dazu gehört auch Thomas Hanta. Er schreibt folgendes: „Bei der letzten Ausgabe von „Damals war`s“ ist die Antwort A, Stadthalle, richtig. Das Bild muss irgendwann zwischen 1968 und 1970 gemacht worden sein. Im Jahr 1967 hatte man mit dem Abriss alter Gebäude am heutigen Berliner Platz/Stadthalle begonnen, wo dann auch die Wallstraße (heute: Friedrich-Ebert-Straße) in ihrem alten Verlauf verschwand, um die Stadthalle bauen zu können. Am 26. Januar 1970 wurde etwas weiter östlich, die neue zweigleisige Straßenbahntrasse mit einer neuen Haltestelle errichtet. Für eine bessere Verkehrsabwicklung der Straßenbahn ging ab dem Berliner Platz bis zum heutigen Breitscheidplatz (damals: Thälmannplatz) am 29. Juli 1974 die neue Straßenbahnstrecke in Betrieb, wo vorher die letzte Straßenbahn durch die Spremberger Straße am 1. Juli 1974 fuhr. Der Berliner Platz hatte in der Geschichte sowie auch der Cottbuser Hauptbahnhof historisch als auch bautechnisch sehr viel durchgemacht. Heute haben wir neben der zukünftigen Zentralhaltestelle Hauptbahnhof auch eine zentrale Verkehrslage an der Stadthalle für Straßenbahn- und Buslinien, die in alle Richtungen fahren, um (fast) jede Veranstaltung mit Bahn und Bus erreichen zu können. Vielleicht gibt es ja eines Tages eine Straßenbahnlinie 6, welche bis nach Sielow und weiter bis in den Spreewald als moderne Spreewaldbahn mal fahren wird. Wer sich für Straßenbahn- und Busverkehr in und um Cottbus interessiert, kann sich bei unserer Bürgerinitiative „ProTramCottbus“ unter www.protramcottbus.de einlesen und/oder auch direkt mitwirken.
Renate Brinke merkt an: „Lieber Bote, danke für das schöne Rätselbild. Wir befinden uns wohl auf dem Hochhaus am Postplatz und sehen in Richtung Petersilienstraße. Die Wohnscheibe an der Petersilienstraße ist schon fertig und das Hochhaus am Eingang zur Ebertstraße befindet sich noch im Bau. Wie man sieht, wird gerade begonnen, die große Lücke in der Bildmitte zu schließen. Man kann schon etwas von den Fundamenten erkennen. Diese werden später einmal die Stadthalle tragen. Dieser Bau wurde Ende der sechziger Jahre beschlossen und aus Anlass des Tages der Republik im Oktober 1975 eingeweiht.“
Jens Pumpa schreibt: „Die Stadthalle Cottbus wurde am 3. Oktober 1975 eingeweiht. Die erste Veranstaltung war am 27. Dezember 1975.  Im Jahr 1968 hatte der Rat des Bezirkes Cottbus einen Ideenwettbewerb für den Bau einer Stadthalle ausgeschrieben. Den ersten Platz der Ausschreibung hatte der Architekt Eberhard Kühn gewonnen. Die Stadthalle entstand im Rahmen einer umfassenden Neugestaltung der Kernstadt im Stile der sozialistischen Stadt, der auch das ehemalige Konsument-Kaufhaus und das heute nicht mehr bestehende „Hotel Lausitz“ zuzurechnen sind. Die Halle verfügt über 1523 Plätze, die von der Bühne nach hinten ansteigend angeordnet sind. Bei veränderter Bestuhlung kann die Kapazität auf bis zu 2017 Plätze erweitert werden. Im Jahr 2001 erfolgte eine umfassende Modernisierung und Rekonstruktion der Halle.
Klaus Reiter schreibt: „Das Foto entstand aus dem Hochhaus Stadtprommenade 17 (früher Spremberger Wall) in Richtung Stadthalle. Architekt Eberhard Kühn gewann 1968 die damalige Ausschreibung des Rats des Bezirkes Cottbus. Sie wurde an meinem Geburtstag am 3.10.1975 eingeweiht. Da aus Materialmangel die Bauzeit sehr lang war, nannte man diese Stelle auch Tagebau-Mitte. Sie hat 1523 Plätze. In den 70 igern spielte die Gruppe MUD dort. Karten gab es nur über die FDJ-Leitung. In den letzten Jahren wurde viel saniert und die Technik auf den neusten Stand gebracht. Links ist übrigens die Hauptpost zu sehen.
Klaus Herold weiß: „Hier beginnt endlich der Bau der Stadthalle, nachdem sich dort lange Zeit nur eine Baugrube befand. Eröffnet wurde sie dann 1975. Sie war damals immer gut gefüllt. Ich hatte dort meine Jugendweihe-Feier. – Auf diesem Areal befand sich zuvor der historisch interessante Vorort Brunschwig in der Gasse. Reste bestehen noch entlang der verbliebenen Petersilienstraße.“
Christian Lehm hat hierzu eine besondere Erinnerung. „Es ist gut dass es diese Bilder gibt. Sie zeigen ein Stück der Cottbuser Geschichte, die sonst verloren geht. Hier die Situation der Berliner Straße im Bereich der Post.  Das Bild  zeigt die Baustelle der Stadthalle, aufgenommen vom Hochhaus in der Stadtpromenade.  Links ist das Hotel Lausitz zu sehen. Daran eine Erinnerung, die mir beim Betrachten des Bildes kam.  Dort hatten wir eine Tagung der Staatlichen Bauaufsicht des Straßenwesen des Ministeriums für Verkehrswesen der DDR , wohl Anfang der 70er Jahre. Es gab eine Aufregung: Ein Kollege von uns war  beim nächtlichen Spaziergang in die Baugrube der Stadthalle gefallen.“

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