Nicht nur die Olympiade in Schnee und Eis beginnt, sondern auch – vermutlich bei Sonnenschein – der Rheinische und der Lausitzer Karneval.
Ersteres hat zur aktuellen deutschen Politik wenig Berührungspunkte. Von Spitzenleistungen wagt selbst in Berlin niemand auch nur zu stammeln.
Karnevalistisch lässt sich aus dem seit der Wahl Erlebten dagegen jede Menge machen. Der Schulzsche Ausruf: „Niemals mit der CDU!“ und Merkels unmissverständliche Erklärung: „Die SPD ist in keiner Weise regierungs-fähig“ klingen noch in den Ohren der jetzt verblüfften Wähler: Sie umarmen sich, die Unversöhnlichen, und werden bald einkehren in ihre stillen Regierungszimmer auf gut dotierte Posten. Abzuwarten bleibt noch das Votum der SPD-Basis, doch wenn Schulz mit den Augen rollt und die Nahles wieder einen Schreikrampf bekommt, brennt da nichts an. GroKo muss das Land verwalten.
Hier in der Lausitz verfolgen die Menschen das Kanzler-Schauspiel mit verhaltenem Optimismus. Nach dem Scheitern des Jamaika-Versuchs haben sich die Verhandler schlau auf das Verteilen üppiger Geschenke an möglichst alle Wählergruppen verlegt. Böse Sätze, wie etwa solche gegen die Braunkohle, fallen überhaupt nicht. Es fühlt sich grad so an, als sei die Lausitz mit ihren gewaltigen Strom-kapazitäten unter die Verhandlungs-tische gefallen. Kann das von Vorteil sein? Wer weiß.
Der harte Alltag für eine Koalition ohne Leidenschaft wird kommen. Wie oft die Partner dann noch in den 177 Seiten des Koalitionsvertrags blättern, sei dahingestellt. Normalerweise sind Parteiprogramme der politische Fahrplan. Und damit sollten wir Wähler dem Zug die Chance lassen, auf dem richtigen Gleis Fahrt zu gewinnen.
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