Endlich Frühling, freuen sich Groß und Klein. Ostern war so früh, dass Goethe seine Dichtung im „Faust“ unter solchen Umständen sicher umbenannt hätte. Inzwischen entfaltet sich das menschliche Gewimmel in all unseren Parks und besonders vor den mediterran motivierten Lokalen. Die Boulevards in Guben, Forst, Spremberg, der Markt in Peitz, der Altmarkt in Cottbus, die schönen Kaffee-Gärten in Burg – überall wimmelt’s. Und trotzdem: Es fehlt doch bei genauerem Hinschauen ganz erheblich an Farbe im Revier. Nicht an leuchtenden Anstrichen – da haben die großen Vermieter und auch Investoren an Einzelstandorten schon viel Mut erlernt. Es fehlt etwas an Blüten-Farbtupfern auf Balkons und Terrassen in den Wohngebieten, und leider auch an den Fenstern der Bürohäuser prosperierender Unternehmen. Da waren wir schon mal viel, viel besser, verehrte Nachbarn.
Wer sich an einschlägige Begeisterung zur Zeit der Bundesgartenschau in Cottbus erinnert oder sich die gärtnerisch doch viel mehr treu bleibende Landesgartenschaustadt Luckau anschaut, weiß, was gemeint ist.
Wenn Fenster die Augen einer Stadt sind, dann wirken die Blüten auf ihren Simsen oder in den Kästen an unseren so schön langen Balkongeländern wie der Glanz in diesen Augen. Sind wir etwa trübe Tassen in einer traurigen Stadt? Es gibt kleine Zauberwelten aus Balkongrün, die sicher viel Geld und Mühe kosten. Aber einige Blümchen auf brauchbarer Erde kann sich ein jeder leisten. Für sich, für seine Straße, für unser aller Wohlbefinden.
Und vielleicht gibt es auch jemanden, der der älteren Nachbarin gerade jetzt die Freude macht, ihr ein paar Blümchen zu pflanzen. Geht das? Jürgen Heinrich






