Cottbus ist eine hunde-, aber nicht immer menschenfreundliche Stadt. Das findet jedenfalls die Frau, die am 7. Juli, einem milden Donnerstagmorgen, um den Ströbitzer Badesee radelte. In der völlig menschenleeren Landschaft – hier ist selbst jetzt in den Ferien morgens am herrlich sauberen See keine Seele anzutreffen – trottet der Hund unangeleint hinter ihr her. Das tun Hund und Frauchen oft hier, und nur manchmal begegnen sich entspannt Spaziergänger mit anderen Hunden. Die Menschen schwatzen, die Tiere tollen, auf dem Wasser ziehen still Enten ihre Kreise.
An diesem Morgen entsteigen einem städtischen Dienstfahrzeug drei (!) Herren (Namen hier bekannt), stürzen dem groben Verstoß gegen „§ 5. (3) i.V. m. § 8, Anlage Nr. 13 Stadtordnung Cottbus vom 22.11.2007“ entgegen. Keine Ahnung, was die Abkürzungen bedeuten, aber Hunde gehören, das kommt heraus, in dieser Stadt auch in weitester Abgeschiedenheit an die Leine.
Nicht, dass die Herren das der Frau freundlich mitteilten und sie ermahnten – sie stellen Personalien fest, belehren förmlich, eröffnen ein Bußgeldverfahren (Aktenzeichen 505.32.100149.6), schreiben den Vorgang ausführlich nieder, verschicken mehrere Seiten Papier, drohen die Ahndung „tatmehrheitlicher Verstöße“ an, natürlich nicht ohne vorher Gelegenheit zu schriftlicher Stellungnahme zu geben…
Im Rathaus arbeiten ganz klar zu viele Leute. Wann wird Oberbürgermeister Szymanski diesem bürgerschädlichen Treiben endlich ein Ende setzen und seine Mannschaft effektiv auf Dienstleistungen einstellen? Spürt er nicht, dass die Stadt auf den Hund zu kommen droht?






