Mensch und Landschaft – das hat natürlich immer auch eine ökonomische Relation. Wir entnehmen dieser Landschaft viel: Kies, Kohle, Erze, Wasser, Tiere, Holz.
Natürlich auch Holz. Forstwirtschaft in ihrer Einheit von Nutzung und Hege des Waldes hat große Bedeutung. Und wenn mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz sinnvoll umgegangen wird, schafft er Wohlstand. Dem einzelnen, der das tut, und der Gesellschaft auch.
Es gibt aber auch das Sprachbild „wie die Axt im Walde“ für Aktionen, die blind zerstören. Manchmal unwissend, manchmal vandalistisch, oft aus ungehemmter Geldgier.
Wes Geistes Kind die dilettantischen Holzfäller waren, die in den ehemaligen Rieselfeldern am nördlichen Stadtrand von Cottbus gehaust haben, erschließt sich uns nicht. Das Bild aber erschreckt. Und es macht besorgt, weil es einzelne Verfehlungen immer geben kann, hier aber die zur Aufsicht verpflichtete Stadtverwaltung einfach wegschaut.
Jeder, der länger in Cottbus lebt, weiß um die jahrzehntelangen Mühen um die ökologisch interessanten Rieselfelder und den von Stadtförster-Generationen hochgepäppelten grünen Riegel gegen Tagebaustaub. In den letzten Jahren hat hier Naturschutz viel Geld und Mühen investiert, um Reh und Niederwild, Vögeln und Fledermäusen nahe an der Großstadt Schutz zu bieten. Nebenbei – um wieder auf die Relation Landschaft und Mensch zu kommen – wuchs im Biotopverbund Spreeaue Cottbus-Nord ein Idyll, wie es sich Sandower Spaziergänger nicht schöner erträumen konnten.
Vorbei. Kein Osterspaziergang lohnt mehr dorthin. Das schöne bisschen Landschaft ist hinüber. Jürgen Heinrich