Wir wachsen wieder dem November und damit den „Blauen Stunden“ entgegen, den Filmstunden. Wenn Kinoleute in der letzten Stadtverordnetenversammlung gesessen hätten, wären sie sicher auf Stoff für ein flottes Drehbuch gestoßen. So in der Stilrichtung Olsenbande. Wer den „Egon“ abgibt, muss nicht näher ausgeführt werden.
Immerhin sind die Cottbuser Kämmerer nie um einen Plan verlegen, und wenn es um die Millionen geht, da braucht es nicht einmal Sprengsätze, um größere Beträge in Bewegung zu bringen, als Olsen und seine Bande in all ihren 14 Filmen zusammengenommen.
Diesmal fehlten so neun oder zehn Millionen. Mit 35 Millionen Euro Gewerbesteuern hatten die Geldplaner gerechnet. Mindestens 9,5 werden aber fehlen, weil Vattenfalls Gewinne durch erzwungenen Atom-ausstieg fast ins Bodenlose stürzen.
Da hatte nun „Egon“ seinen Plan: Keine Angst verbreiten, niemand darf merken, was hier wirklich läuft. In zähen Debatten in Ausschüssen und Fraktionen war ja längst das letzte Krümelchen aufgesaugt worden, um Sparbereitschaft nach Potsdam zu funken und den laufenden Haushalt frei zu bekommen.
Aber nun „Egon“: In der Verwaltung glückte es durch einen (legalen, versteht sich!) buchhalterischen Trick, rund zehn Millionen „aufzusammeln“. Smartes Lächeln von den Stühlen Wissender, erleichtertes und unverfängliches Umherblicken der Regierenden. Dann machen wir das mal. Abstimmung. Einstimmig.
Wo – um Himmels willen – kriegen wir denn nun für städtische Aufgaben Geld her? Ist da noch was zu „kehren“? Hoffentlich hat Olsen im nächsten Notfall wieder einen Plan! Jürgen Heinrich






