Ende gut, alles gut?

Uff! Die Lausitzer Energiefans haben eine Saison der Wechselbäder durchlacht und durchlitten. Freud’ und Leid bis zum Schleudertrauma. Wer erinnert sich nicht der schlappen Aufholjagd, die Europa erstaunen sollte.
Nun schlagen die Fußballherzen schon in Richtung Sizilien, wo unsere WM-Hoffnung für Südafrika trainiert, und das Thema Energie scheint abgehakt.
Sollte es aber noch nicht ganz, oder besser: sollte es eigentlich nie. Denn unser „Ostdeutscher Fußballmeister“, das haben wir alle gespürt, braucht weitaus kräftigeren Rückhalt in der Region, als er ihn gegenwärtig hat. Der wortreiche, fast schon geschwätzige Trainer Wollitz hat einen Weg eingeschlagen, den die Fußball-Lausitz schon seit Jahren gefordert hat: Heimische Talente kommen zum Zuge. Sie müssen nun kompensieren, was durch den Aderlass an Alt-Matadoren verloren ging. Der Fußballgott, „Ente“ Sander und noch ein paar gingen im Groll, und dass der Eliteklub sich aus den Altliga-Wettbewerben ausgeklinkt hat, wird in allen Kabinen bedauert.
Es bleibt unbenommen: Was im Cottbuser Profifußball läuft, ist ein Fußballwunder. Aber Cottbus braucht wenigstens dieses Wunder für sein Gleichgewicht in schweren wirtschaftlichen Zeiten. Und so gesehen, ist mit dem guten Saisonende doch noch nicht alles gut. Energie bringt deutlich zu wenig Zuschauer in sein Stadion! Der Verein scheint zufrieden mit den Zahlen, aber darum geht es nicht allein. Es geht um die Kulisse und unser klares Ja zu diesem Flaggschiff. Sie haben gut gespielt, die Wollitz-Männer, in den letzten Wochen. Nun wird es Zeit, dass auch das Publikum wieder für Energie spielt.
Pipis Abschiedsmatch am 21. Mai kann so ein Signal sein. Der hat wirklich was für unseren Ruf geleistet. Gehen wir da alle hin? J.H.