Er hatte die Lacher(innen) auf seiner Seite, als der Cottbuser Oberbürgermeister seinen Grußworten an die Eröffnungsrunde der Brandenburger Frauenwoche die „private Bemerkung“ anfügte: „Ratschläge und Kritik von Frauen haben mir geholfen, auch mal richtige Entscheidungen zu treffen.“
Und da war es dann auch gleich wieder präsent – das Problem, mit dem sich nun schon im 20. Jahr die Frauen (und zunehmend Männer) um den 8. März herum befassen. Frauen verstehen sich oft als die Ratgeber, die Helfer im Hintergrund. Nicht selten sind sie die Mandarine der Langnasen, wie Chinesen die Europäer nennen. Dort gibt es berühmte Herrscher, aber die Mandarine, die hohen Beamten, sind die wahren Führer.
Mag das so sein oder nicht. Sicher ist, dass unsere Gesellschaft diese „Mandarine“, diese klugen Köpfe an Entscheiderstellen, braucht. Drastisch hat es die Frauenpolitische Landessprecherin Ulrike Häfner gesagt: Männer haben die Finanzkrise verursacht, Frauen müssen sie ausbaden. Und CTK-Chefin Heidrun Grünewald rechnete nach, dass bei den 600 börsennotierten Unternehmen von 1127 Führungskräften nur 42 weiblich sind. Haben wir hier die Ursache dafür, dass es so dramatisch knistert auf allen Baustellen dieser Welt?
Darüber bleibt zu reden in der kommenden, der 20. Frauenwoche. In allen Orten hier im Süden Brandenburgs gibt es spannende Themen-Nachmittage und -Abende hierfür. Sicher wird dadurch die globale Geldwirtschaft nicht gesäubert. Aber es reicht schon, überall aufzuzeigen, dass Ausbildung, Mutterschaft, Familie und Karriere zusammen sein können. Sie müssen es sogar. Denn das Glück finden Frauen wie Männer zuerst in der Familie, den Erfolg auf Arbeit. Beides gehört zusammen J.H.