Nach anderthalb Jahren haben nun auch die Datenfreunde im Wirtschafts- und Arbeitsministerium der Bundesregierung eingesehen, dass ihr Datenrausch zu weit ging. ELENA wird abgeblasen. Unsere Unternehmen, insbesondere die Buchhalter, werden jubeln. Nur die gesetzliche Formalität für das Aus fehlt noch. Hinter dem wohlklingenden Namen ELENA verbirgt sich ein Software-Monster, dass alle Arbeitnehmer zu gläsernen Datenlieferanten macht. Allein seit dem Start der Datenübermittlung am 1. Januar 2010 dürften in der ZSS, wie Buchhalter sagen, der Zentralen Speicherstelle, Terrabytes an zumeist überflüssigen Angaben eingetrudelt sein. Was geht unsere Bundesregierung an, aus welchem Grund ich einen Job gekündigt habe? Wer will wissen, welche Summen ich für meine Rente auf die hohe Kante lege?
Dilettantisch wie viele vorangegangenen Ideen unserer Regierung ist auch die ELENA-Einführung vorbereitet worden. Bis jetzt ist der Versuch der verschlüsselten Datenübertragung mit Signatur gescheitert. Das heißt im Umkehrschluss, dass die bereits gesammelten Daten für Hacker leichte Beute sein dürften.
Die anfangs vermittelte Grundidee, die digitale Welt für weniger Bürokratie zu nutzen, wurde schändlich missbraucht. Statt der seit 2006 funktionierenden direkten Datenübermittlung an die Krankenkassen zu folgen und den bisherigen Papierkrieg digital zu vereinfachen, wurden die Buchhalter – oft in Nachtarbeit für Unternehmer kleiner Betriebe – monatlich an den Computer gefesselt.
Hoffentlich haben unsere Datensammler in Berlin die Lektion gelernt und stülpen uns nun nicht HELENA oder LENA über. Jens Haberland