Kommentar: Im Märzen der Bauer

Das gut 120 Jahre alte Bauernlied wird heute in Kindergärten nicht mehr gesungen. Es verwirrt genauso, wie die Öffnungszeiten der Kindergärten, die auch nicht mehr die geordneten alten sind. Und dabei ließ sich doch mit „Im Märzen der Bauer…“ so schön erklären, wie er pflüget und egget und säet das Land“, der fleißige Bauer. Heute braucht’s weder die Rösslein noch den Bauer; auf den Traktoren-Ungetümen können auch ganz gut die Bäuerinnen oder ein junger Landtechniker sitzen, und dann geht es eins, zwei… flugs über die riesigen Felder, und in weniger als einer Woche ist gepflügt und geeggt und gesät, wenn nicht zwischendurch noch Dung eingearbeitet oder Gülle versprüht wird. Aber auch dazu braucht’s keine Rösser. Ob und wann und wie das geschieht, entscheidet die entsprechende EU-Kommission, ohne deren Agrar-Budget kein Landwirt mehr klarkommt und die festlegt, wieviel Bauer der Landwirt noch sein darf und wieviel Naturschützer er vor allem zu sein hat. Kein leichtes Los in der Branche, die noch immer zu erheblichem Teil unsere Teller füllen sollte.

Um auf die Kindergärten zurückzukommen: Für die und auch die Schulen werden die Rösslein im Land neu angespannt. Mal sehen, was passiert, wenn nach Jahrzehnten katastrophaler Roter Bildungspolitik ein Rappe vor Pflug und Egge und Drillmaschine gespannt wird. Die Schwarzen von der CDU sollen das Amt besetzen und werden sich nicht darum gerissen haben. Aber dieser „Acker“ muss dringend viel, viel besser als bisher bestellt werden. Eine Deutschstunde mehr, wie in den Koalitionsgesprächen besprochen, wird da nicht reichen. Es gibt enorm zu tun in Kindergärten, Schulen und auf den Feldern, damit am Ende alles gut wird wie im Bauernlied: „So geht unter Arbeit das Frühjahr vorbei, dann erntet der Bauer das duftende Heu.“ Wohlgemerkt: erst Arbeit, dann an das duftende Diäten- und anderlei Heu denken. Bitte. J.H.

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