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Kommentar: Läuft das auseinander? - Märkischer Bote - Märkischer Bote
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Kommentar: Läuft das auseinander?

8. März 2019 | Von | Kategorie: Kommentare |

Kommentar: Läuft das auseinander?

Jürgen Heinrich kommentiert

Das rot-rot-grüne Berlin hat am Frauentag arbeitsfrei. Wieder eine links-deutsche Pioniertat. Gut so. Vielleicht zieht Brandenburg ja nach. Warum sollte, wenn der Männer- oder auch Vatertag ein freier ist, nicht auch der für Frauen arbeitsfrei sein?
Im Osten war er es früher inoffiziell sowieso. Er begann in den Betrieben mit einer Nelke in Folie, setzte sich bei Kuchen und Kaffee fort und endete heiter mit Eierlikör. Zudem waren Klubs und Gaststätten von Mitte Februar bis Ende März für Frauentagsfeiern ausgebucht. „Emma“, also die um Radau und Auflage beflissene Alice Schwarzer, pflegte zu lästern: „DDR-Frauentag mit Nelken, Kuchen und billigem Parfüm.“
Noch heute plappern Quoten-Fetischisten solchen Schwachsinn nach. Auch Frauensachen haben verschiedene Ost- und West-Biografien. Als drüben Frauen noch bis 1958 die Erlaubnis ihres Mannes brauchten, um Auto zu fahren und bis 1980 per Gesetz nur Väter über häusliche Kindererziehung entscheiden durften, gab es im Osten längst großzügige Frauenförderung mit Sonderstudiengängen, Jungehekredite und 96 Prozent Berufstätigkeit unter Frauen. Nicht alles war schön, aber eben anders. Dass Frauen hier selten die ganz großen Bosse waren, spricht jedenfalls für sie. Und in aller Regel will die Ostfrau auch heutzutage nicht per Quote in „Führungsrollen“ getrieben werden. Starke Frauen machen auch ohne Quote ihren Weg. Falls sie Mütter sind, hilft ihnen geteilte Elternzeit und eine Kita-Struktur, die langsam DDR-Qualität erreicht. Mit Vernunft und Augenmaß muss Frauenpolitik in Ost und West gar nicht mehr auseinanderlaufen. Das Berliner Modell hat jedenfalls Charme und keine Mauer im Kopf. Hoffentlich auch keine Quote.

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