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Kommentar: Lausitz Endemie - Märkischer Bote - Märkischer Bote
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Kommentar: Lausitz Endemie

22. Mai 2020 | Von | Kategorie: Kommentare |

Auf und nieder geht’s im Leben, so wie Hoch und Tief im Wetter wechseln. Nach mürrischen Monaten der Kohleausstiegsdebatten bis Ende 2019 begann das Jahr ‘20 glanzvoll und hoffnungsgeladen. Welche Chancen für die Lausitz! Viele Millionen Euro Strukturhilfe wollen Bund und Land über unsere Gegend des Wandels schütten. Doch mehr als schöne Worte wurden es noch nicht. Stattdessen ereilte uns die Botschaft von der Pandemie. Ohne dass uns das Virus im trocknen Sand tatsächlich erreichte, kam die politische Vollbremsung. Der behördliche Eifer uferte entgegen jeder guten Baumann&Klausen-Sitte aus und legte das Leben flächenweise lahm. Statt der Pandemie, also weltweiter Epidemie, fiel eine örtlich begrenzte Infektionswelle, diese zähe Endemie in die Amtsstuben. Sie hat zum Glück nichts mit Sars-CoV-2 zu tun, sondern erschöpft sich offenbar in der klassischen Frühjahrsmüdigkeit. Diese Krankheit vermag die hinlänglich bekannte Trägheit der Landes-, aber auch der Kommunalpolitik in Brandenburg und besonders hier im Süden deutlich zu stärken. So kommt es, dass niemand Corona-infiziert ist, aber auch ohne massiven Druck Betroffener rein gar nichts geschieht, um Normalität herzustellen.
In Sachsen öffneten Montag alle Kindergärten und der Jubel von Eltern, Kindern, Erzieherinnen und Arbeitgebern hallt förmlich durch Berg und Tal. In der flachen Lausitz bleibt’s beim Alten: Notbetreuung ohne Not, geschlossene Bäder, gefesselte Kultur. Diese Lausitz-Endemie kann beängstigen. Mag sein, dass Potsdamer Politik sich an Berlin gebunden sieht und nur zaghaft agieren kann – aber hier im Revier, wo die Strukturförderung quasi zugesagt ist, müsste Politik vor Eifer explodieren. Nie zuvor hatte die Lausitz so viele Startchancen. In den Rathäusern und Kreisverwaltungen aber herrscht Stille. Die Frühjahrs-Endemie. In einem Monat ist Sommer. Ob’s dann losgeht? J.H.

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