Letzten Sonntag ehrte Cottbus zum 14. Male seine künstlerischen und wissenschaftlichen Talente. 65 Männer und Frauen tragen inzwischen Preise, die mit dem Namen Max Grünebaum verbunden sind.
Ein einziges Wörtchen in einer wunderbar festlichen und inspirierenden Veranstaltung, gesprochen nach einer kurzen Satzpause, gab Anlass zu etwas abschweifender Nachdenklichkeit: Max Grünebaum, so hieß es einführend, war ein sehr erfolgreicher Cottbuser Unternehmer – ABER er engagierte sich auch sozial und kulturell.
Natürlich war Grünebaum erfolgreich, gab Millionen in soziale Stiftungen und kümmerte sich über Jahrzehnte als Stadtverordneter um das Gemeinwesen. OB Frank Szymanski nennt ihn in einem Atemzug mit seinem legendären Vorgänger Paul Werner: „Durch dieses Gespann wurde Cottbus wohlhabende Mittelstadt.“ Das ist verbrieft. Warum jedoch ein ABER? Unternehmer – nicht zu verwechseln mit manchen bestellten Konzernmanagern, denen moralische Werte fremd scheinen – sind in aller Regel sozial engagiert, damals wie heute. Was wären Sport, Kultur, Freizeit, Kinder- und Krankenbetreuung heute in Cottbus, Forst, Guben oder Spremberg ohne das soziale Engagement erfolgreicher Unternehmer? Leider sieht die irritierte Gesellschaft den mühseligen Schritt vor dem Geben, nämlich das Erwirtschaften des guten Gewinns, zwiespältig.
Grünebaum glückten mit motivierter Belegschaft große Gewinne; er setzte sie für Wachstum, für seine Stadt ein. Darin mag er Heutigen ohne Wenn und Aber Vorbild bleiben. Ihm und seinesgleichen gehört auf Dauer die Bühne der Ehre. JH






