Das muss man den rot-roten Überfliegern in Potsdam schon lassen: Bei allem Wirrwar, das da selbst innerhalb der SPD-Fraktion und wahrscheinlich auch unter den Links-Genossen den Umgangston bestimmt, kommt doch Wichtiges ans Ziel. Das am Mittwoch gegen CDU und den Rest der Opposition durchgesetzte BAföG für Schüler entspricht einer Ankündigung aus dem Wahlkampf und auch voll-kommen bundesdeutschem Trend. Einziger Unterschied: Im Bund wird versichert, dass überall, nur nicht an Bildung gespart werde – in Brandenburg wird’s gewagt. Alle Achtung!
Dieses BAföG für Schüler hält jeder für überfällig, der das Alltagsleben in Schmellwitz, Sachsendorf oder an anderen ostdeutschen Stadträndern kennt. Es ist bitter – aber 20 Jahre nach der Wende sind Elternhäuser, die ihre klugen Kinder aus finanzieller Not kaum noch zum Abi schicken können, leider alles andere als eine Ausnahme. Da blamiert sich die CDU, wenn sie solch eine gute Entscheidung aus rein parteitaktischen Motiven verteufelt und schwätzt, man müsse viel früher fördern. Muss man, klar. Aber konkret handeln ist in Schulfragen immer besser, als über „könnte“ reden. Inzwischen hängen schon wieder ein paar Jahrgänge verloren in den kahl-lärmigen Buden rum, die manche Leute Jugendclubs nennen.
Mit 4 000 Anspruchsfällen rechnet die Landesregierung, 1,1 Millionen Euro wird es kosten, bedürftigen Lernwilligen 100 Euro auf die Hand zu geben. Eine kleine Summe am Rande des märkischen Verschwendungsrausches, der das Land in 18 Milliarden Euro Schulden getrieben und zu neuer Kreditaufnahme von 650 Millionen Euro in diesem Jahr veranlasst hat. Jetzt herrscht Haushaltsperre. Hält sich jemand dran? J.H.






