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Bildung: Maßnahmenpaket ist Täuschungsmanöver

Leserbriefe | Von | 24. Februar 2023

Thomas Röttger, Sprecher des Kreiselternrates Spree-Neiße, schreibt über das Maßnahmenpaket des Brandenburger Bildungsministeriums:

Das vom Bildungsministerium vorgestellte Maßnahmenpaket zum Schuljahr 2023/ 2024 ist ein einziges Täuschungsmanöver. Von Einsicht in die Dringlichkeit kann keine Rede sein. Das Bildungsministerium versucht den von ihr verursachten Lehrermangel auf Lehrer, Eltern und Schüler abzuwälzen! Wie schon bei den vorangegangen 5-Punkte- und 12-Punkte-Plänen der Ministerin, zeigt sich bei näherer Betrachtung, dass die wichtigsten Punkte des neuen Maßnahmenpaketes noch sehr vage sind. Die Verzögerung des Einstieges in den Ruhestand, die Reduzierung der Teilzeitarbeit oder die Schaffung von Anreizen über die Altersgrenze hinaus tätig zu sein muss noch mit der Gewerkschaft vereinbart werden. Es ist kaum vorstellbar, dass diese Verhandlungen bis zum kommenden Schuljahr abgeschlossen werden und dass die Lehrerinnen und Lehrer dann mit großer Motivation an die Mehrarbeit gehen. Anders sähe es aus, wenn den Lehrkräften ein besseres Arbeitsumfeld geboten wird.
Woher kommen die in Aussicht gestellten 200 Planstellen und woher kommen die Personen? Eine bessere Lösung läge darin, die Organisations- und Verwaltungsarbeiten zusammenzustreichen. Vielfach verwenden Lehrerinnen und Lehrer nur 35 Prozent ihrer Arbeitszeit für den Unterricht. Durch die coronabedingten Schulschließungen mussten sich die Schülerinnen und Schüler während der Corona-Pandemie selbstständig Unterrichtsinhalte zu Hause erarbeiten. Studien haben mittler- weile sehr deutlich gezeigt, dass dadurch Lerndefizite und psychologische Probleme bei Kindern und Jugendlichen entstanden sind. Im Januar 2022 wurde das Programm „Aufholen nach Corona“ aufgelegt. Ziel war es „…Versäumtes aufholen und nachholen …“ (Bundesfamilienministerium am 4. Januar 2022). Als wenn es diese Erkenntnisse nicht geben würde, schlägt Ministerin Ernst „Selbstlernzeiten und Hybridunterricht“ vor! Wie unausgereift der Vorschlag ist, sieht man daran, dass mit den anderen Bundesländern abgestimmt werden muss, dass dennoch die brandenburgischen Schulabschlüsse anerkannt werden. Warum sollten die anderen Bundesländer zustimmen, wenn nur Brandenburg diesen Weg geht? Warum wird nicht ein bundes- weites Modell erarbeitet? Der Lehrermangel besteht bundesweit. Ein kombiniertes Unterrichtsmodell aus Präsenz und Heimarbeitszeiten könnte bei intelligenter Umsetzung ein probates Mittel sein. Die Verbeamtung von Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern kann vielleicht in 2023 gesetzlich verabschiedet werden, da diese Verbeamtung aber erst nach einer 18-monatigen Zertifikatsqualifizierung möglich ist, greift diese Maßnahmen frühestens im Schuljahr 2024/ 2025. Die Politik als maßgebliche Instanz, hier explizit das Bildungs- und das Wissenschaftsministerium, müssen aufwachen und schnell aktiv werden. „Es muss ein Generationsvertrag erarbeitet werden. Politik, Lehrer, Schüler und Eltern müssen Lösungen entwickeln, die in einen Plan einfließen, der kurz-, mittel- und langfristig umzusetzende Schritte beinhaltet“, so Thomas Röttger.

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