Leserbrief an uns: Falsch abgehoben?

Bei der Wahl des neuen Aufsichtsrates des Flugplatzes Neuhausen hat nach Meinung unseres Lesers Frank Lohmeier die Gemeindevertretung falsch abgehoben:
In einer höchst umstrittenen Entscheidung hat die Gemeindevertreterversammlung von Neuhausen-Spree einen ehemaligen Offizier der Stasi in den Aufsichtsrat des Flugplatzes Neuhausen-Spree gewählt. Trotz einer eindringlichen Mahnung vor der Wahl stimmte die große Mehrheit der Gemeindevertreter für die Ernennung der Person – mit Ausnahme der Abgeordneten Felix Filip, Dirk Mischke, Ronny Schiele und Steffen Franke, die sich dagegen positionierten.

Vor der Abstimmung waren in der Versammlung eindrücklich die Bedenken gegen den Kandidaten diskutiert worden. Die Mehrheit der Gemeindevertreter ließ diese Warnung ungehört verhallen. Empörend wirkten Einlassungen des Bürgermeisters. Er stellte die Frage, ob denn jemand wüsste, dass der Kandidat jemandem ein Leid zugefügt habe. Das löste bei vielen Kopfschütteln aus. Ich sehe darin eine Verharmlosung des Unrechts, das die Staatssicherheit in der DDR verübte.

Zurück bleibt in Teilen der Gemeinde Unmut: Ist es richtig, dass 35 Jahre nach dem Ende der DDR MfS-Offiziere in öffentliche Ämter gewählt werden – und dies sogar mit großer Mehrheit?
Ob diese Wahl Konsequenzen haben wird, bleibt abzuwarten. Mein Vertrauen in die Gemeindevertretung hat durch diese Entscheidung jedoch Schaden genommen.
(Der Beitrag ist redaktionell gekürzt)

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