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Ministerpräsident - Märkischer Bote
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Leserbrief: Brandenburgischer Ministerpräsident bei den Sorben

Leserbrief: Brandenburgischer Ministerpräsident bei den Sorben
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Leserbrief: Brandenburgischer Ministerpräsident bei den Sorben

18. Juni 2021 | Von | Kategorie: Leserbriefe |

Siegfried Malk aus Schmogrow ist als wendischer Christ etwas enttäuscht von einem Auftritt des  brandenburgischen Ministerpräsidenten:
Dietmar Woidke besuchte letzten Samstag die Sorben auf ihrer Hauptversammlung. Es wirkte im rbb wie Wahlkampf. Das war ein ganz anderer Herr Woidke als der, den ich mal persönlich als Landwirtschaftsminister im Spreewald in Lehde traf. Auf meine Frage, ob das hier Wenden oder Sorben seien, erwiderte Herr Woidke damals: „Hier ist alles wendisch“. Bei seinem Amtsbruder in Sachsen seien die Sorben zu Hause.
Sein jetziges Interview mit dem rbb Sorbenradio erschreckte mich. Der Ministerpräsident sprach nur von den Sorben und sorbisch in Brandenburg. Wie kann er seine Landsleute, die Wenden, vergessen?
Woidke selbst kommt aus einem kleinen wendischen Dorf bei Forst. Die wendische Sprache ähnelt sehr der polnischen – im Gegensatz zur sorbischen. Ich habe selbst erlebt, dass sich Wenden und Sorben in ihren Muttersprachen nicht verstehen.
Dass Herr Woidke die Domowina als Gesprächspartner lobt, erstaunt mich, da er doch gar kein sorbisch spricht. Wir nannten die Domowina-Mitglieder „Kopfhörergeschwader“, denn auf Versammlungen sind die meisten Mitglieder weder der sorbischen noch der wendischen Sprache mächtig. Auch Theateraufführungen aus Bautzen werden simultan per Kopfhörer übersetzt. Es ist ratsam, viele Kopfhörer anzuschaffen; so sind Stiftungsgelder gut angelegt, welche die Domowina von Bautzen aus verteilt. Zu meiner aktiven Ponaschemu-Zeit sind die Wenden meist leer ausgegangen. Ich habe mich da jetzt zurückgezogen. Manfred Stolpe erwähnte damals nicht nur die Wenden – er setzte sich auch für sie ein.
Als Theodor Fontane den Spreewald besuchte, sprach er nur von Wenden und wendisch, den Sorbenbegriff gab es nicht. Von der Domowina und ihren Historikern fehlt bis heute eine Aufarbeitung der wahren Geschichte der Wenden. Die meisten wendischen Zeitzeugen sind unterdessen verstorben. Wie lange will denn die Domowina noch damit warten, hätte Herr Woidke fragen sollen. Was soll die unsinnige und künstliche Doppelbezeichnung Sorben/ Wenden bzw. sorbisch /wendisch? In Sachsen kämen die Sorben nie auf die Idee einer solchen Doppelbezeichnung. Warum gilt sie nicht, wenn schon, einheitlich auch dort?

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