







Werben (h.) Die in der Region gut bekannte Schlodder-Familie feierte vergangenen Sonntag (2.11.) ihr 40jährigs Geschäftsjubiläum. Die Geschichte ihres Aufstiegs von unbekannten Seiteneinsteigern zu einer der erfolgreichsten Gastronomenfamilien Brandenburgs ist alles andere als alltäglich, und wenn von Begleitern und Mitarbeitern die Rede war bei der großen Jubiläumsfeier im Saal des Werbener „Sterns“, fiel dann und wann der Begriff „Helden“. Ernst Schlodder nannte seine „wunderbaren Köche“ so, die ihm über Jahrzehnte die Treue hielten. Christina Schlodder verantwortet die Versorgung im VIP-Bereich und des Publikums an 22 Ständen im Energiestadion. Beim Pokalspiel gegen Leipzig vor ausverkauftem Stadion hatte sie letzte Woche 159 Leute im Einsatz. „Ich kenne jeden von ihnen, die 17jährigen wie die über 70jährigen, treue, zuverlässige Leute, wirkliche Helden“, sagt sie und ist stolz auf ihr Meisterwerk, das sie von Spiel zu Spiel über 924 gespeicherte Handynummern dirigiert. Wir erfolgreich, wissen zehntausende Energiefans.
So fing alles an
Der „Stern“ Werben war lange schon Tanzplatz der Spreewald- jungend. Sie ging „zum Schmidt“ zum Schwoof, in die Konsumgaststätte. 1985 lief’s da nicht mehr so, und die Schlodders – er studierter Bilanzer bei der Bezirksplankommission, sie Küchenchefin bei der Polizei – übernahmen das Haus als Konsum-Angestellte. Am 2. November 1985 war ihr erster Kirmisball. Eine Frau im Jubiläumssaal erinnert sich: „Ja, Ernst hat mit zum Tanz aufgefordert.“ Es war ein Erfolg. Die Restaurant-Umsätze reichten nicht, und so gab’s jede Woche Disco im vollen Haus. Ernst Schlodder und seine Leute lernten, wie man „Ampel“ eingießt: Pfeffi, dann Kirsch, oben Goldbrand… Die Wende kam, der Kauf der Immobilie gestaltete sich schwierig, das Geschäft auch. „Die Kaffee(verkaufs-)fahrten waren unsere Rettung“, erinnert sich Ernst Schlodder, dann auch die großen Konzerte. Christina nahm die Puhdys unter Vertrag, mit Six als Vorband. 30.000 D-Mark waren da vorab hinzublättern. Ohne Risiko ging nix.
Das Erfolgsjahr 1995
Inzwischen drehten sich massenhaft Kräne in Cottbus. Die erste Ostdeutsche Bundegartenschau nahte und Schlodders bauten mit. In nur drei Monaten rissen sie das alte Lokal samt Stolltoiletten nieder. Nur der Saal bleib stehen. Rechtzeitig zur BuGa waren das Restaurant und das Hotel mit 34 Zimmern fertig. Mehr noch: „Für eine Million D-Mark haben wir zugleich das „Energie-Eck“ im Stadion ausgebaut“ ergänz Christina Schlodder, bis heute ihre Wirkungsstätte. Ab 1972 mit der 2. Liga wurden dann die Geyer-Jungs ihre Helden.
Doch zunächst war BuGa. OB Kleinschmidt sorgte dafür, dass die Aufträge bei heimischen Unternehmen blieben. Ernst Schlodder, Olaf Schöpe und Dieter Zeumke schlossen sich zur BuGa-Gastro-GbR zusammen, versorgten einen Sommer lang 2,4 Millionen Besucher. „Zu Pfingsten waren an einem Tag 35.000 Leute auf dem Gelände“ erinnert sich Ernst Schlodder. Hier mussten wahrhaftig Helden zu Stelle sein. Inzwischen war auch Peter Franke mit im Schlodder-Boot. Der frühere stellvertretende Interhotel-Generaldirektor, Koch an der Drushba-Trasse, hatte zunächst im Unternehmen von Olaf Schöpe gearbeitet und wurde später aus dem Hause Schlodder kulinarischen Botschafter der Region auf den größten Messen und Bundes-Events. Die BuGa wurde zum größten Erfolg für Cottbus und für das mutige Gastro-Trio, auch wenn dem Meister bei der Erinnerung an eine Episode noch heute die Schweißperlen auf die Stirn treten: Kartenzahlung war noch nicht üblich. Auf dem Weg zum Banktresor blieb sein Auto plötzlich stehen, auf dem Rücksitz die Tageseinnahmen. „Ich konnte zum Glück Olaf Schöpe benachrichtigen; der kam mit seinem Benz und hat mich gerettet….“
Immer neue Lokale
Es waren die fachlichen und auch örtliche Herausforderungen, die Ernst Schlodder bewogen, 1994 das Amt des DeHoGa-Präsidenten (Hotel- und Gaststättenverband) zu übernehmen und immer wieder neue Projekte zu beginnen. Die Städtische Tierparkgaststätte war mit fadenscheiniger (Schimmel)-Begründung während der BuGa geschlossen geblieben. Ernst Schlodder nahm sich der Sache an, löste das Problem und eröffnete, das Haus, nun mit Tochter Katja, die das Lokal inzwischen Umgebaut und die Terrasse erweitert hat. Mit hoch motiviertem Team bietet sie exzellente Gastronomie im größten Zoo des Landes Brandenburg.
Für einige Zeit hatte Ernst Schlodder in den 90er Jahren auch das „Bistro“ am Altmarkt und die „Prager Bierstuben“, jetzt Mosquito, übernommen. Aus diesen Häusern und mit dem CCGA-Verlag (damals BB Radio und „Der Märkische Bote“) veranstaltete er 1998/99 die erste Open-Air-Silvesterparty in Brandenburg. Auch der „Hornoer Krug“ in Neu-Horno (Stadtteil von Forst“ gehörte einige Jahre zur Schlodder-Gastronomie. „Alles hatte seine Zeit“, sagen Ernst und Christina Schlodder heute, und sind stolz auf den Bestand Hotel „Stern“, Stadion Gastronomie, Tierparkgaststätte und ganz besonders das feine, beliebte Restaurant „Kartoffenkiste“ in der Sprem. „Unsere Pupenstube für die besonderen Feste ist das „Ballhaus“ in Briesen, zusammen mit Dr. Exner entwickelt“, ergänzt Christina Schlodder.
Der „Bretterknaller“
Mindestens einmal im Jahr konzentrieren sich Schlodders auf die „LausitzArena“. Dann wir dort Ernsts Lieblingsspiel, der „Bretterknaller“, ausgetragen. Die etwas gealterten Helden des Fußballs von Energie, Union, Bundesauswahl und andere treten hier auf. Man ist gewissermaßen unter sich, nie aufgebend und nie eine Insolvenz riskierend. „Der Zusammenhalt der Familie, das Vertrauen der Gäste und die treuen Mitarbeiter bewahren uns davor, sind sich alle Schlodders und Frankes einig.
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