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Dachdecker - Handwerker ohne Höhenflüge - Märkischer Bote - Märkischer Bote
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Dachdecker - Handwerker ohne Höhenflüge

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Dachdecker – Handwerker ohne Höhenflüge

14. Februar 2014 | Von | Kategorie: Job & Karriere |

Dachdecker - Handwerker ohne Höhenflüge

Keine Angst vor großen Höhen, schwindelfrei, mutig aber nicht leichtsinnig und die Liebe zu einem handwerklichen, durchaus körperlich anstrengenden Beruf mit sehr viel Abwechslung sollte ein (zukünftiger) Dachdecker mitbringen

Beruf mit vielseitiger Ausbildung / Spezialisierungen möglich / Lausitzer setzen zunehmend auf hochwertigere Materialien
Region (ha). Der Beruf des Dachdeckers ist einer der Handwerksberufe mit dem größten Anteil an Handarbeit. Zwar gibt es Kräne, Aufzüge und andere Maschinen, die dem Dachde-cker beim Ab- und Neudecken helfen, der Anteil am Anpacken bleibt aber enorm groß. „Es ist eine herrlich praktische Tätigkeit“, schätzt Dachdecker und Unternehmer Torsten Müschner aus Cottbus an seiner Tätigkeit. „Wir arbeiten bei Wind und Wetter draußen, lernen viele Menschen kennen und kommen viel herum. Und natürlich sehen wir viel – nicht nur von oben, von den Dächern“, beschreibt er die Vorzüge seines Gewerkes. Die Ausbildung dauert drei Jahre und wird zum Teil im Lehrbauhof Großräschen und zum Teil im Ausbildungsbetrieb durchgeführt. „Ausbildungsschwerpunkt sind in unserer Region natürlich das Ziegeldach und das Flachdach. Aber es werden viele weitere Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt“, erklärt der Handwerker. Schieferarbeiten beispielsweise, die für das Verblenden von Schornsteinen oder Giebeldachkanten gern genommen werden. Auch spezielle Deckverfahren wie das Reetdach und alte Verfahren wie die Mörteldeckung und die Kehldeckung werden gelehrt. „Die Mörteldeckung wenden wir immer wieder noch bei denkmalgeschützten Gebäuden oder bei Reparaturen alter Dächer an, die noch nicht mit Unterspannbahnen ausgestattet sind.“ Die Dachklempnerei wird in Teilen gelehrt, um Dachrinnen anbringen zu können. Und Zimmermannsarbeiten sind beim Erkennen von Holzschäden am Dachstuhl ebenso nötig wie bei Ausbesserungen oder Dachfenstereinbauten. „Grobe Kenntnisse der Statik sind sehr von Vorteil, um Grenzsituationen zu erkennen. Denn oft sind die neuen Dachziegel schwer als zum Beispiel Biberschwänze. Dann holen wir uns aber die Fachleute an die Seite.“ Für Torsten Müschner geht es aber seit vielen Jahren nicht mehr ohne Computer. „Ich nutze den Rechner für die Bedarfsberechnung, natürlich zum Erstellen von Angeboten und Rechnungen. Deshalb finde ich es gut, dass Lehrlinge auch den Umgang mit dem Rechner für den Beruf erlernen.“
Die Karriere-Chancen
Wie in allen Handwerksberufen sind auch die Dachdecker in der Pflicht, sich regelmäßig auf die Schulbank zu setzen. Sei es bei Schulungen von Herstellern zu Fensterm, Ziegeln, zu Dämmsystemen oder Kunststoffdächern oder bei Weiterbildungen zu Rechtsfragen. „In unserem Gewerk gibt es dann die Möglichkeit der Meisterausbildung, die Möglichkeit, einen eigenen Betrieb zu gründen, in der Innung Verantwortung zu übernehmen, beispielsweise in der Prüfung der Gesellen und Meister. Und ein sehr breites Feld, sich tiefer in die handwerkliche Materie einzuarbeiten, sind Spezialisierungen.“ Viele Dachdeckerbetriebe beschäftigen heute Mitarbeiter, die den Trockenbau beherrschen, ausgebildete Klempner oder Zimmermänner sind. Andere können spezielle Dämmverfahren anbieten oder Reet decken.
Mut zu Form & Farbe
Dass das Dachdecken mehr Spaß macht als noch in den Jahren nach der Wende, ist auffällig, wenn man aufmerksam durch Straßen läuft. „Die Lausitzer haben deutlich mehr Mut zu Farbe und selteneren Dachformen“, beobachtet Torsten Müschner. Und er bemerkt, dass das Qualitätsbewusstsein gestiegen ist. „Hat nach der Wende die überwiegende Zahl der Bauherren den billigeren Betonstein decken lassen, wählen heute über 80 Prozent der privaten Häuslebauer einen gebrannten Ton-Ziegel. Der Vorteil des Tons mit der sehr glatten Oberfäche ist schon nach wenigen Jahren sehr deutlich zu sehen. Während sich auf dem grobporigen Beton Moose und Flechten ansiedeln, bleibt der Ziegel sauber.“ Auch lassen sich Dachschäden oder nachträgliche Kamineinbauten besser bearbeiten, da es für fast alle Ziegel Nachkaufmöglichkeiten gibt. Nur die Farbabweichungen, die die Sonne über die Jahre verursachte, können nicht ausgeglichen werden.

Im Trend liegen auch begrünte Dächer. „Vor wenigen Jahren haben wir höchstens ein begrüntes Flachdach gebaut, im letzten Jahr waren es vier“, freut er sich. Denn die Abwechslung sorgt auch für mehr Spaß im Dachdecker-Alltag, der im Winter nicht endet. Der Schnee bringt etwas Kurioses mit sich: Jetzt trudeln Nachbestellungen für Schneefanganlagen ein.




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