Im Gespräch mit Christa Müller, Leiterin des Sprachen-Ma-Lehr-Studios:
An diesem Wochenende bekommen die Schüler in Brandenburg Zeugnisse. Wie sollten die Eltern reagieren, wenn die Zensuren nicht so ausfallen, wie man es sich wünscht?
Halbjahresnoten sind nur eine Zwischenabrechnung. Für die Mehrheit der Schüler gibt es die Möglichkeit, bis zum Sommer die Leistungen zu verbessern.
Vorwürfe helfen nicht, sondern führen nur zum Streit. Man sollte zunächst in aller Ruhe einen „Familienrat“ halten und gemeinsam besprechen, wie die Zensuren verbessert werden können. Wichtig ist es, dass man herausfindet, welche Schwierigkeiten bestehen. Einige Einrichtungen in Cottbus bieten dazu kostenlose Tests an. Manchmal sind nur Stoffeinheiten nachzuholen. Oft trauen sich die Schüler auch nicht nachzufragen, wenn sie etwas nicht verstanden haben.
Dann muss man nur am Selbstbewusstsein arbeiten und schon macht die Schule wieder Spaß.
Nach dem Wechsel der Schulform haben viele Schüler einen enormen Leistungsabfall. Wie kann man diesen Schülern helfen? In der Grundschule fühlten sich die Schüler behütet. Das große neue Gebäude, die vielen neuen Lehrer und Fächer und die hohen Unterrichtsanforderungen sind für die Schüler oft eine große Herausforderung. Das zügige Arbeiten muss erlernt werden. Zunächst müssen diese Schüler wieder Vertrauen zu sich selbst finden. Das geht in der Regel nur durch gute Zensuren. Viele Eltern üben zu Hause unermüdlich, aber der Erfolg bleibt aus.
Können Sie das erklären? Ja, viele Eltern glauben zum Beispiel, wenn das Kind viel schreibt, kann es auch bessere Diktate schreiben. Doch wenn ein Kind Laute und Buchstaben nicht richtig zuordnen kann oder Rechtschreibregeln nicht anwendet, werden die Diktatzensuren nicht besser. Ähnlich ist es auch in Mathematik. Wie soll ein Kind bis 1000 rechnen, wenn es sich bis 100 nicht zurechtfindet?
Ähnlich ist es auch mit den Sprachen. Gute Eltern sind nicht immer gute Lehrer. Sie fühlen sich unendlich traurig, wenn ihr Kind es nicht versteht. Beim dritten Erklären sind Eltern und Kind erschöpft. Aber das Kind kann es oft noch immer nicht. Pädagogen schalten ihre psychologischen und pädagogischen Kenntnisse ein und finden einen Zugang zum Kind.
Was empfehlen Sie besorgten Eltern und Großeltern?
Es ist ganz wichtig, dass man das Gespräch mit dem Lehrer findet. Man sollte unbedingt über die eigenen Sorgen, Ängste und Bemühungen sprechen. In vielen Fällen hilft eine
differenzierte Förderung außerhalb der Schule.
Das muss nicht über Jahre ausgedehnt werden. Mitunter helfen wenige Monate.







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