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Region: Kostensparen durch Onlinescheidung?

12. Juni 2020 | Von | Kategorie: Ratgeber, Recht & Finanzen |

Genauer Sachverhalt kann durch direkten Kontakt besser erörtert werden

Region (MB). In der Regel findet man bei der Suche nach einem geeigneten Anwalt für ein anstehendes Ehescheidungsverfahren im Internet Anzeigen mit Überschriften wie: „Scheidung ohne Anwalt“, „Scheidung online“, „Scheidungskosten senken“! Jedoch sind solche Versprechen nicht wahr. Die Anwaltsgebühren für ein Ehescheidungsverfahren und auch die Gerichtskosten sind in Gebührentabellen sowohl für die Anwälte als auch für die Gerichte geregelt, dabei dürfen Anwälte die gesetzlichen Gebühren nicht unterschreiten. Somit kostet eine Scheidung bei allen Gerichten und bei allen Anwälten dasselbe. D.h. mit einer „Onlinescheidung“ bei einem Anwalt, der in der Regel nicht an Ihrem Wohnort oder Gerichtsort sitzt, haben Sie keine Kostenvorteile. Kosten spart bei einem solchen Verfahren lediglich der Anwalt, nicht jedoch der Mandant. Dagegen steht noch der Nachteil, dass bei der Betreuung des Verfahrens ohne persönlichen Kontakt zum Anwalt, gegebenenfalls der Mandant nicht alle Fragen zur Scheidung los wird und gegebenenfalls auch Ansprüche dadurch übersehen werden. Man bekommt somit weniger, statt mehr.
Ein Anwalt vor Ort wird Sie im Zusammenhang mit der Aufnahme des Verfahrens immer auch über die voraussichtlich anfallenden Kosten aufklären und Möglichkeiten, wie z.B. Ratenzahlungen mit Ihnen erörtern. Wobei Ratenzahlungen lediglich in Bezug auf die anstehenden Anwaltsgebühren möglich sind, der mit der Ehescheidung anfallende Gerichtskostenvorschuss ist an die Justizzahlstelle in einer Summe zu erbringen.
Sollte man sich insgesamt nicht in der Lage sehen die Kosten des Verfahrens zu tragen, so kann für die Scheidung und andere Anträge, wie z.B. zur elterlichen Sorge, des Umganges oder Unterhaltsfragen, auch auf Antrag Ihres Anwalts durch das Gericht Verfahrenskostenhilfe bewilligt werden. D.h. die Gerichtskosten und Anwaltskosten werden von der Staatskasse getragen, hierauf sind dann entweder keine Zahlungen oder aber angemessene Raten an die Staatskasse, gegebenenfalls auch zu einem späteren Zeitpunkt, zurückzuzahlen. Ebenso wird Ihr Anwalt prüfen, ob der getrenntlebende Ehegatte in der Lage ist, für Sie die Kosten des Verfahrens zu tragen, für diesen Fall würde dieser auf Prozesskostenvorschuss für Sie in Anspruch genommen.
Übrigens, alles was bis zur Zustellung des Ehescheidungsantrages ausgegeben wird, vermindert das sogenannte Endvermögen und muss nicht mehr mit dem Ehepartner geteilt werden. Zahlt man so z.B. die voraussichtlichen Scheidungskosten vor Zustellung des Ehescheidungsantrages an seinen Anwalt, finanziert der andere Teil über Zugewinnberechnung dem anderen die Anwaltskosten zur Hälfte.
Auch solche Möglichkeiten wird Ihr Anwalt vor Ort mit Ihnen erörtern.
. Thorsten Redlow
Rechtsanwalt und
Fachanwalt für Familierecht




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