Weniger Schmerzen und mehr Lebensqualität.

Guben (MB). Tumore oder Metastasen an der Wirbelsäule können erhebliche Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder sogar Lähmungen verursachen. Für Betroffene ist die Lebensqualität oft massiv eingeschränkt. Dr. med. Dzmitry Dabravolski, Chefarzt am Wirbelsäulenzentrum des Diakoniekrankenhauses Naëmi Wilke in Guben, setzt bei solchen Diagnosen auf eine moderne minimalinvasive Behandlungsmethode: die sogenannte Cavity/Coblation-Technik. „In erster Linie kommt es darauf an, das kranke Tumorgewebe zu zerstören und die Wirbelkörper anschließend zu stabilisieren, pathologische Frakturen zu reponieren“, erklärt Dr. Dabravolski. Im Unterschied zu herkömmlichen, offenen Operationen erfolgt der Eingriff über millimeterfeine Zugänge. Dabei werden Radiofrequenzsonden und Elektrolytlösungen in den Wirbel eingebracht und die Metastasen mithilfe von Radiohochfrequenzenergie beziehungsweise einem Plasmafeld gezielt zerstört. Anschließend wird der betroffene Wirbelkörper mit Knochenzement stabilisiert – ein Verfahren, das als Kyphoplastie bekannt ist. Die Vorteile der Methode liegen auf der Hand: sehr geringe Blutverluste, Erhalt von gesundem Gewebe, niedriges Komplikationsrisiko und kurze OP-Zeiten. „Die Patienten können in der Regel bereits am Folgetag aufstehen, erleben eine deutliche Schmerzreduktion und gewinnen spürbar an Lebensqualität und Mobilität“, so der Chefarzt.

Da es sich bei Tumoren an der Wirbelsäule häufig um Metastasen handelt, etwa von Lungen- oder Leberkrebs, folgt auf die Wirbelsäulenbehandlung meist eine Weiterbehandlung in spezialisierten onkologischen Zentren. Auch hier bietet die minimalinvasive Methode einen entscheidenden Vorteil: „Nach dem minimalinvasiven Eingriff kann diese Behandlung schon eine Woche später eingeleitet werden. Nach großen Operationen mit massiven Weichteilverletzungen und langen Wundheilungszeiten dauert es viel länger, bis zu acht Wochen, bis mit Chemotherapie und Radiatio (Strahlentherapie) begonnen werden kann. Durch den minimalinvasiven Eingriff erhält der Patient einen großen Zeitgewinn“, betont Dr. Dabravolski. Die Cavity/Coblation-Technik wird in Deutschland seit rund 16 Jahren eingesetzt. Dr. Dabravolski gehört zu den erfahrensten Anwendern: Über 600 solcher Eingriffe hat er bereits durchgeführt, 18 davon am Standort Guben. „Wir können keine Wunder vollbringen, oder schwerste Krebserkrankungen heilen, aber wir können starke Schmerzen der Patienten reduzieren und erträglich machen, und dafür sorgen, dass eine onkologische Weiterbehandlung (Chemotherapie, Bestrahlung) in kürzester Zeit erfolgen kann. Das ist alles in allem ein großer Gewinn für die Betroffenen“, so das Fazit von Chefarzt Dr. Dabravolski.
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