Kohlenstofftransformationszentrum setzt auf neue Wege / Kontakt mit Pumpe denkbar:
Senftenberg/Schwarze Pumpe (trz). Kohlendioxid ist den meisten Menschen in erster Linie als lebenswichtiger Pflanzennährstoff sowie als Gas, das den Treibhauseffekt hervorruft, bekannt. In den vergangenen Jahrzehnten geriet die Substanz vor allem durch den Klimawandel in die Schlagzeilen. Je mehr Kohlendioxid in der Atmosphäre, so heißt es, desto wärmer würde es auf der Erde. Experten des neu eröffneten Kohlenstofftransformationszentrums in Senftenberg wollen das Gas als wertvollen Rohstoff für die Entwicklung diverser Produkte einsetzen. Darum dreht sich die Arbeit in der neuen Einrichtung, erklärt Geschäftsführer Dr. Uwe Mixdorf.
Synthetisches Erdgas
Als Ausgangsmaterial sollen neben Kohle auch Biomasse, Abfall sowie das Luft-CO2 dienen. Aus dem daraus erzeugten Prozessgas werde Kohlendioxid gewonnen, das anschließend zu synthetischem Erdgas, die Fachleute sprechen von SNG, aufbereitet werden könne. Diese Substanz wiederum sei vielseitig nutzbar, etwa zur Wärme- und Kraftstoffherstellung sowie als Grundstoff in der chemischen Industrie. „Der große Vorteil besteht darin, dass sich für die Ausgangsstoffe erweiterte Märkte erschließen, die aber auf vorhandene Infrastrukturen und Systeme aufbauen“, erklärt Uwe Mixdorf. Nicht zuletzt sei es möglich, das CO2 aus der Vergasung mit Wasserstoff zu Methan aufzubereiten. Die dafür notwendige Elektrolyse könne dazu beitragen, Netzspitzen, die aus erneuerbaren Energien resultieren, abzubauen. Somit bräuchten vorhandene Anlagen bei zu großem Energieangebot nicht abgeschaltet werden.
Die Produktion des synthetischen Erdgases verdrängt laut dem Senftenberger Kohlenstoffzentrum keine deutschen Produktionskapazitäten. Es gehe nur um importierte Energieträger. Daher werde die Klimabilanz verbessert. Somit könne aus Kohle wesentlich mehr herausgeholt werden als diesen Bodenschatz zwecks Verstromung „nur“ zu verbrennen.
Pumpe ist interessant
Allerdings gebe es bislang noch keine konkreten Zahlen zu Produktionskosten und Mengen. So stehe auch nicht fest, welche Kohleförderung für dieses Projekt notwendig wäre. Aber: „Ein Großteil der dafür notwendigen Technologien besteht bereits beziehungsweise befindet sich in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium“, sagt Uwe Mixdorf. Um die verschiedenen technischen Aspekte zu bündeln und um Pilotanlagen zu bauen, sei der Standort Schwarze Pumpe, nur 35 Kilometer von Senftenberg entfernt, interessant. Die Beantragung der Demoanlage beim Energiekonzern Vattenfall laufe bereits.
Nach Angaben der ASG Spremberg GmbH als Industriepark-Managerin gibt es bislang noch keine Kontakte zum Senftenberger Institut. Allerdings sei gut vorstellbar, dass in Schwarze Pumpe aus Kohle künftig Koks für die metallurgische Industrie erzeugt wird.








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