Briesener Tracht ist Bestandteil der Tradition

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Die Sielower Trachtenschneiderin Doris Heinze Foto: Archiv der Niedersorbischen Sprachschule

Sielower Trachtenschneiderin Doris Heinze spricht über ihr Handwerk:
Briesen.
Am ersten März-Wochenende, 5. und 6.3. feiern die Briesener ihre 140. Fastnacht. Dort werden auch die farbenfrohen wendischen Trachten präsentiert. Welche Regeln es beim Anziehen gibt, darüber sprach der Märkische Bote mit Trachtenschneidermeisterin Doris Heinze.

Frau Heinze, was sind die wichtigsten Bestandteile der Fastnachtstracht und deren Bedeutung?
Es handelt sich um die niedersorbische Festtagstracht. Der dazugehörige Rock, das Halstuch und die Haube sind mit einer bunten Stickerei und weißer Spitze geschmückt. Dazu trägt man eine weiße Einsatzschürze mit oder ohne Falten, mit ihr wird die Tracht zu einer Tanztracht.  Kittelchen und Schärpe vervollständigen das Bild.
Was gilt es beim Anziehen zu beachten?
In den Anziehkursen wird vermittelt, wie die einzelnen Teile der Tracht aufeinander und auf die Trägerin Bezug nehmen müssen, damit sie ein richtiges Gesamtbild ergeben. Außerdem werden die dafür nötigen Handgriffe gezeigt und erklärt. Insbesondere das Vorbereiten des Halstuches wird geübt.

Stimmt es, dass jeder Ort eine eigene Farbe beziehungsweise eine Besonderheit hat?
Die Tracht in allen ihren Varianten ist Ausdruck eines vielseitigen Lebens. Insofern ist es richtig dass sie in gewisser Weise interpretierbar, jedoch nicht lesbar ist. Für die Unterscheidung zwischen den Orten ist die dazugehörige Haube das wesentliche Element. Aber auch hier ist – mit Ausnahme der Burger Haube – nicht jedem Typ ausschließlich ein Ort zuzuweisen. Farben spielen eher im Hinblick auf den Anlass, zu dem eine Tracht getragen werden soll, eine Rolle.

Wie viele Trachtenanfragen erhalten Sie jährlich? Sind es mehr oder weniger geworden?
Wir schätzen den Bedarf an Trachten über die Jahre als relativ konstant ein. Die benötigten Leistungen variieren jedoch in jedem Jahr, ohne dass ein konkreter Trend abzulesen wäre.

Welchen persönlichen Bezug haben Sie zur Tracht?
Meine Mutter kennt die Tracht  noch aus dem familiären Alltag. Ich selbst habe meine Mutter seit frühester Kindheit dabei begleitet, ihren Beruf mit diesen persönlichen Erfahrungen zu verbinden, bis sie im Jahr 1989 schließlich unsere Trachtenschneiderei eröffnete.
Wie viel Spielraum gibt es beim Einfluss moderner Elemente? Existieren diese überhaupt?
Unsere Tracht ist Bestandteil einer lebendigen Tradition, indem Trachten angefertigt und aufgearbeitet werden. Sie entwickelt sie sich entsprechend den Bedürfnissen der Trägerinnen weiter, ohne bestimmten Moden zu folgen. In der Zusammenstellung der Materialien, Farben und Motive finden stets Individualität der Trägerin und Tradition zusammen.

Was gilt es bei der Trachtenpflege zu beachten?
Wichtig ist die Verwendung der richtigen Materialien und deren korrekte Verarbeitung.
Vielen Dank für das Gespräch. Mit Frau Heinze sprach Yvonne Simon-Redlich