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Bergleute pflanzen Linde im Tagebau Welzow-Süd

29. April 2016 | Von | Kategorie: Spremberg |

Bergleute pflanzen Linde im Tagebau Welzow-Süd

Anlässlich des Tages des Baumes pflanzten Vattenfall-Vorstand Uwe Grosser (r.), Landtagsabgeordneter und Förster Wolfgang Roick sowie Rekultivierungschefin Franziska Uhlig-May im Tagebau Welzow-Süd eine Winterlinde Foto: Vattenfall

Baum des Jahres wächst im Tagebau Welzow-Süd:
Welzow (trz). Es ist der Dorfbaum der Deutschen. Der Sorben. Und des Jahres 2016. Ende April brachten fleißige Hände und kluge Köpfe eine Winterlinde in den Boden des Tagebaus Welzow-Süd. Ein symbolischer Akt am Tag des Baumes. Doch für die Rekultivierer von Vattenfall Alltagsgeschäft. Denn Winterlinden gehören längst zum Repertoire der Baumarten im Zuge der bergbaulichen Nachsorge. Uwe Grosser, Bergbauvorstand bei Vattenfall, drückt es so aus: „Unser Ziel ist ein Mischwald, bestehend aus Eichen, Kiefern, Birken und Linden.“
Tatsächlich setzen die Rekultivierer auf möglichst große Vielfalt im Wald. Kein Wunder, haben sich solche Ökosysteme doch längst als ökologisch stabiler und wesentlich artenreicher für Tiere und Pflanzen im Gegensatz zu Monokulturen erwiesen. Über zwei Drittel der Aufforstungsflächen nehmen inzwischen Laubbäume, insbesondere Eichen, ein. Lindenbestände sind dagegen selten, dafür wird diese Art sehr gern als Mischbaum eingesetzt, um möglichst vitale Bestände heranzuziehen.
Das hat bereits Kippenförster Joachim-Hans Copien vor über 80 Jahren erkannt. Allerdings existieren die damals im Senftenberger Revier begründeten Mischwälder mit Linden heute weitestgehend nicht mehr, weiß der ehemalige Vattenfall-Forstchef Dr. Karl Preußner. Der Grund: Die Flächen wurden im Zuge der Gewinnung des zweiten Braunkohlenflözes wieder überbaggert. Zu DDR-Zeiten setzten die Rekultivierer eine Zeit lang auf Lärchen-Linden-Wälder, beispielsweise in den Bereichen der Tagebaue Greifenhain sowie Schlabendorf-Nord. „Dort fühlt sich die Linde sehr wohl“, weiß Preußner. Mehr noch: Der pfiffige Forstmann Dieter Mudra hatte die Idee, mit jungen Linden jene Löcher in Kippenwäldern aufzufüllen, die der Wurzelschwamm, ein gefährlicher Baumpilz, an den dortigen Kiefern hinterlassen hatte. Die Laubbäume wuchsen stattdessen wunderbar an. Und sie sollen sogar den Schädling eindämmen.
Im Tagebau Welzow-Süd kommt die Linde dank der relativ guten Böden recht häufig vor. Linden-Ahorn-Wälder bilden dort ein Achtel der forstlichen Rekultivierungsfläche. Zum Vergleich: Der Lausitzer Brotbaum, die Kiefer, nimmt in Welzow-Süd nur  18 Prozent dieser Fläche ein. Auf den Rekultivierungsflächen des Tagebaus Nochten treten Linden seltener auf. Die Bäume können sich dort mit den naturgemäß ärmeren Böden nur bedingt anfreunden. Auf der Jänschwalder Brückenkippe gibt es dagegen größere Eichen-Linden-Wälder.




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