Cottbus: Bänderstillstand nach 50 Jahren

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Die Abraumförderbrücke F 34 ist oder besser war das Herzstück das Tagebaus Cottbus-Nord. Einer der ihre Wege und die der zwei Eimerkettenbagger gelenkt hat, ist Dietmar Piesker. Der Großgeräteführer wird die Brücke bei der Sprengung im kommenden Jahr zum letzten Mal sehen können. Am 23.12.2015 wird der letzte Kohlezug aus dem Tagebau Cottbus-Nord rollen F: M.K.

Letzte Förderbrücke des Typs F 34 im Cottbuser Tagebau ist außer Betrieb:

Cottbus (mk). Mit einem lauten Knall wird 2016 ihr Ende endgültig besiegelt sein. Die Förderbrücke F 34 im Tagebau Cottbus-Nord steht seit dem 12. August still. 32 Jahre hat der über dreihundert Meter lange und 2266 Tonnen schwere Stahlkoloss allein in diesem Tagebau Abraum gefördert. Insgesamt geht die F 34 nach einer Arbeitsleistung von 50 Jahren außer Betrieb.
Für Dietmar Piesker ist die Brücke viel mehr als ein Stahlgigant inmitten von aufgehäuften Sandbergen. Sie war sein täglicher Arbeitsplatz. Seit 1978 ist er Großgeräteführer. Dem 54-jährigen Brückenfahrer fällt es nicht leicht, nach 19 Jahren im Tagebau-Cottbus Nord Abschied zu nehmen. „Dass dieser Tag kommen wird, hatte ich immer im Hinterkopf. Aber jetzt ist es Realität“, sagt er. Den letzten Arbeitstag in diesem Tagebau hatte er direkt vor Augen. Schließlich zeigen Begrenzungspfähle an, bis wohin die Förderbrücke bewegt werden darf. An diesen Pfählen gibt es kein Vorbeikommen. Die Pfähle sind erreicht. Über die Brücke hinweg  fällt der Blick auf die 15 Millionen Jahre alte Kohle. Darüber und daneben türmen sich die Sandschichten – auch einstiger Meeresboden ist darunter.
Ab 2018 verschwindet die Tagebaulandschaft allmählich. Mit dem Cottbuser Ostsee entsteht hier Brandenburgs größtes künstlich geschaffenes Gewässer.
1900 Hektar groß wird es sein. Zum Vergleich: der Senftenberger See ist 1300 Hektar groß.
Wenn die ersten Badegäste ins heimische Ostsee-Wasser steigen, ist die Arbeitsleistung der Abraumförderbrücke längst Geschichte. Zusammen mit ihrem Einsatz im Tagebau Seese -West hat die F 34 eine Milliarde Kubikmeter Abraum gefördert. Um diese Menge bildlich zu fassen, kann sich eine große Runddeckelmülltonne die 1100 Liter fasst, vorgestellt werden. Eine Milliarde dieser Tonnen aneinandergereiht lassen erahnen, wie viel Abraum die F 34 bewegt hat. Eine Zukunft als Museumsstück hat die Brücke nicht. Schließlich soll keine Konkurrenz für die beliebte F 60 in Lichterfeld entstehen. Bei der Sprengung im Jahr 2016 wird auch Dietmar Piesker  im Tagebau Cottbus-Nord vorbeischauen. Sein Arbeitsplatz ist jetzt der Tagebau Jänschwalde.


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