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Cottbus: Kahlschlag im Landschaftsschutz – und nun?

Cottbus | Von | 3. März 2012

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Unverantwortlicher Kahlschlag in den Rieselfeldern vor Cottbus. Die BVVG hat die Grünschutzflächen, vor gut 40 Jahren aufgebaut zum ökologischen Ausgleich gegen Tagebauöde, verkauft. Der Besitzer machte Hohlbäume profitabel zu Brennholz und vernichtete rabiat Nistplätze von einem Dutzend Fledermausarten, Waldkautz, Specht, Schellente, Hohltaube, Wendehals, Kleiber und anderer Arten. Nachdem öffentlicher Alarm in der Stadt unbeachtet verhallte, führte Harald Wilken vom NABU jetzt Brandenburgs Bildungsministerin Martina Münch an den Ort des Frevels. Sie zeigte sich bestürzt | Foto: Hnr.

NABU fordert qualifizierten Ersatz / Stadt Cottbus vernachlässigt Landschafts- und Naturaufsicht

Cottbus (J.H.) Die Holzungsflächen im Bereich der ehemaligen Rieselfelder nördlich vor Cottbus bieten ein ähnliches Bild wie vor Wochen. Vermarktbare Stämme sind abtransportiert, die gefledderte Landschaft liegt da wie Sodom und Gomorrha: lädierte Restbäume, Geästberge, zerfurchte Schneisen, hingeworfene Nistkästen, einzelne Totbäume, die jetzt eine Gefahr bilden. Ministerin Martina Münch ist sprachlos. Sie erkennt in ihrem Wahlkreis Verantwortung und will die Rechtslage nun untersuchen lassen.
Harald Wilken, der hier jahrzehntelanges Naturschutzbemühen zerstört sieht, stellt vor allem Nachlässigkeit bei der Stadt fest. „Hier wird rechtswidrig ins Biotop eingegriffen. Die Stadt, die sonst jedem Falschparker und Hundehalter nachstellt, vernachlässigt gröblichst ihre Naturaufsicht“, stellt der Experte fest.
Die ehemaligen Rieselfelder und angrenzender Baumbestand gehörten zum Grünschutzgürtel der Stadt. Nach der Wende hat es hier in großem Umfang geförderte Vitalisierungsmaßnahmen mit ABM-Kräften gegeben. Teure, gut angenommene Nistgelegenheiten für Fledermäuse und Vögel wurden hergestellt und platziert.
Die Fläche zwischen B 168 und Spree mit 10,5 Hektar Grünland, 2,2 Hektar Ödland, knapp einem Hektar Verkehrsfläche und zwei Hektar Holzung sind per Ausschreibung von der Boden-Verwertungs- und Verwaltungs-Gesellschaft (BVVG) verkauft worden.
Ministerin Münch möchte wissen, ob der Verkauf professionell stattgefunden hat, oder ob der Verkäufer im guten Glauben derart walten konnte. Zur Aufsichtspflicht der Stadt äußert sie sich nicht. Dagegen hat sich Harald Wilken angeboten, den Stadtverordneten die Lage vorzutragen. Qualifizierter Ersatz, sagt er, ist das Mindeste, was zu leisten bleibt. Bei jedem Straßenbaum werde das so gehandhabt.



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