Cottbus: Kohle-Talk: fast am Thema vorbei

Eine klare Haltung zur Braunkohle haben Dr. Helmar Rendez und der CDU Bundestagsabgeordnete Dr. Klaus-Peter Schulze: Achttausend gut bezahlte Arbeitsplätze können nicht so schnell ersetzt werden Foto: Denis Kettlitz

Spannenden Schlagabtausche blieben beim letzten Scheuentalk leider aus

Cottbus (dk). Richtig: 33 500 Arbeitsplätze Ostdeutschlands hängen an der Braunkohlenindustrie. Bei jährlicher Wertschöpfung von  2,4 Milliarden Euro. Aber: Tagebaue bedeuten  Eingriffe in Natur und Menschenglück. Viel Konfliktstoff für den 12. Scheunentalk in Ströbitz. Moderator Jens-Uwe Hoffmann hatte spannende Gäste. Dr. Klaus-Peter Schulze, Bundestagsabgeordneter (CDU), Dr. Helmar Rendez,  Vorstandsvorsitzender LEAG (ehemals Vattenfall), Annalena Baerbock, Bundestagsabgeordnete der Grünen und Andreas Kalbitz, Mitglied des brandenburgischen Landtags (AfD).
Leider kamen die Gäste wenig zu Wort. Eitel nervte  der Moderator mit belanglosen Kleinigkeiten. Es dauerte gut eine Stunde, bis das eigentliche Thema eine Rolle spielte. Das Publikum im ausverkauften Haus grummelte. Natürlich war kaum Neues zu erwarten. Die Haltungen zur Braunkohle sind hier bekannt.
Doch der Abend stand unter der Frage „Stirbt die Lausitz?“ Annalena Baerbock riet, die Lausitz nicht nur auf die Kohle zu beschränken. Das Stichwort Breitbandausbau fiel, auch Stärkung  mittelständischer Betriebe. Für Dr. Helmar Rendez war das zu wenig: „Wir beschäftigen direkt 8000 Menschen. Für diese trage ich Verantwortung. Das sind gut bezahlte Jobs, 45 000 Euro im Schnitt. Im Tourismus werden in der Lausitz zurzeit 17 000 Euro im Jahr verdient.“   Nahezu jede zehnte Kilowattstunde deutschen Stroms kommt aktuell aus der Lausitzer Braunkohle. Rendez erwähnt auch, dass sein Unternehmen  im letzten Jahr rund 1,3 Milliarden Euro „in die Region gespült“ hat. Die Abgeordneten räumen ein, dass für Alternativen zur Braunkohle bisher nur in kleinen Dimensionen Erfolge vorliegen. Aber todkrank sei die Lausitz nicht, wurde wenigstens klar. Lebenserweckend wäre dieser Talk ohnehin nicht gewesen.


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