Neue Adresse in Cottbus: Stadthafen Nummer 1

Vorm 13. Ostseefest bekam der Ort einen Namen / Schlüßler-Turm gehört bald ins Stadt-Eigentum.

Mitglieder des Cottbuser Ostsee-Fördervereins gaben diese Woche dem Aussichtstum am künftigen See eine Adresse | Foto: Hnr.

Cottbus (hnr.) Die Fachsprache nennt es „Guerilla Marketing“ – flexibel und zielgruppengenau, immer etwas überraschend. Exakt so wollten sich die fünf Herren des Vorstands des Cottbuser Ostsee-Fördervereins verstanden wissen, als sie am Mittwoch großes Medieninteresse für ein vergleichsweise kleines Schild organisierten: „Am Stadthafen 1“ steht seither am Aussichtsturm, der einen weiten Blick auf den vorerst überwiegend trockenen Ostsee ermöglicht.

Unterhalb des Turmes hat der Bau des Stadthafens begonnen, und ab November soll sich Brandenburgs größter See mit Wasser füllen. Schon in sieben Jahren könnten hier die ersten Boote an- und ablegen. Der spektakuläre Wandel in Cottbus von der Energie- zur Seestadt ist so nah und doch noch viel zu wenig in den Köpfen und Herzen der Menschen angekommen, finden die rührigen Mitglieder des Ostsee-Fördervereins. Abgestimmt mit der Leag, dem Eigentümer des Turmes, haben sie jetzt den Beton angebohrt und ein Straßenschild auf die Fläche geschraubt. Das ist nur eine von vielen Aktivitäten, die der Verein, meist gemeinsam mit dem Ostee-Sportverein, unternimmt, um den städtischen Wandel zu befeuern und die Begeisterung für den künftigen See zu entfachen. Aus dem Stadtparlament und aus dem Rathaus kommen dafür noch zu wenige Impulse, finden auch die Anrainer der Stadtteile Schlichow, Willmersdorf und Merzdorf.

Der „Vater“ des Merzdorfer Turmes, Karl-Heinz Schlüßler, einst Prorektor und (bis 1999) Professor für Technische Mathematik an der BTU Cottbus, hätte seine helle Freude am aktuellen Interesse für seinen 2007 errichteten Turm. Der sollte in den kommenden zwei Jahren aus dem Bestand der Leag, die ihn von Vattenfall erbte, in das Eigentum der Stadt übergehen. So erscheint es durchaus angemessen, dass die Verantwortlichen über passende Namen für die Hafenregion und angrenzende Straßen und Wege nachdenken.


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