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Cottbus: Wir graben unsre Gräben

20. Dezember 2019 | Von | Kategorie: Cottbus, Einkehrtipp, Region, Unterhaltung & Freizeit |

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„Warten auf Sturm“ – eine mühsame Uraufführung

 

Cottbus: Wir graben unsre Gräben

Nur Winter – Boris Schwiebert macht hier sein Geschäft

 

Cottbus (MB) Es geht laut zu brutal, und ein bisschen wie Agit Prop in den Jahren, als Bauern in die LPG gezwungen wurden. Hat sich Peter Thiers (Jg. 1991) Frust von der zarten Seel geschrieben und mit Volker Metzler einen Horst-Schönemann-Regie-Schüler gefunden, der das rücksichtslos über die Bühne zieht, dieses Oben und Unten der vollkommen kaputten Gestalten, Cleaner genannt, die ein Erz schürfen, das ihnen den sicheren Tod und ihrem ebenso nur mechanisch funktionierenden abgehobenen Unternehmer Winter (Boris Schwiebert) vermutlich Gewinn bringt. Die Bühne (Claudia Charlotte Burchard) und Kostüme verfremden alles, packen die Menschen in und auf Kisten und anonymisieren sie. Lediglich Schmelzer Noon (Axel Stroz-hmann) muss für seine Individualität büßen – im Rollstuhl, aus dem ihn jeder schmeißen kann.
Der Verfall dieser sehr frühkapitalistischen Konstruktion verzurrt sich – was Wunder in dieser Zeit – mit dem Klimathema, dem schmerzverzerrten Barmen nach Regen, der schon nicht mehr vorstellbar scheint – Wasser, das einfach so vom Himmel fällt. Wie auch sollte das glaubhaft sein in dieser Welt, die gar keine Normalität kennt? Und doch scheinen sich Beziehungen anzubahnen, funkt Wille auf bei dem Vorarbeiter (Amadeus Gollner) und bei Lara (Ariadne Pabst), der Tochter des Rollstuhlmannes, die Zlatan wohl nahe steht. Die Texte sind schwer verständlich und werden auch durch heftiges Brüllen nicht besser.
Warum Winters Sohn weiblich besetzt ist (Lisa Schützenberger), erschließt sich nicht. Es wird zur Regie-Mode, wenn nicht gar Manie, das zu tun, auch wenn es inhaltlich keinerlei Zugewinn verspricht.
„Warten auf Sturm“ ist ein Stück vom Elend dieser Welt, das es fern geben mag, sich uns jedoch auch durch das Schwenken einer Europa-Fahne nicht nähert. Mir ist nicht klar, wer solche Stücke braucht. Jürgen Heinrich




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