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Frank Szymanski: Der „Cottbuser Junge“ wird jetzt 60

29. April 2016 | Von | Kategorie: Cottbus |

Frank Szymanski: Der „Cottbuser Junge“ wird jetzt 60

Im September 2014 versuchte er für sich selbst per Fahrrad den OB-Wahlkampf zu forcieren – zu spät. Sein Rathaus-Stellvertreter hatte ihm längst per VW-Transporter, Großplakat und CDU-Rückhalt die Show gestohlen Foto: CGA

Frank Szymanski betreut Wohnprojekte und fängt die großen Fische:
Der „Cottbuser Junge“, wie er sich in Wahlkämpfen gern nannte, wird an diesem Sonntag 60 – Frank Szymanski, Cottbuser Oberbürgermeister von ‘06 bis ‘14, davor drei Jahre Minister im Land für Infrastruktur und zuvor ab Dezember ‘98 Staatssekretär im Bildungsministerium.
Ein Sonntagskind aber war der Knabe aus der Thomas-Müntzer Straße in Sandow nicht. Er ist an einem Dienstag geboren, und Dienst war ihm im größten Teil seiner Berufsjahre wohl weit über das Normale hinaus wichtig. Mit großem Erfolg im Lehrerberuf. Er hatte an der Pädagogischen Hochschule bis 1978 auf Geschichte/Deutsch studiert, lehrte dann in Cottbus und Bulgarien und wurde 1989 Schuldirektor, später Schulleiter der Multi-Kulti-Gesamtschule in Sachsendorf. Die Akzeptanz, die er dort fand, trug ihn über Jahre auch außerhalb jenes Schulhofes.
1993 wurde er Cottbuser Stadtverordneter, schon 1994 Vorsitzender der SPD-Fraktion. Sein Förderer Manfred Stolpe holte ihn 1998 nach Potsdam. In zwei Platzeck-Kabinetten schlug er sich immer auch für die brandenburgische Süd-Region, in die ihn seine Partei schließlich zurück beorderte.
Er musste, nachdem die amtierende Oberbürgermeisterin „mafiöse Zustände“ vermutet, aber nicht aufgeklärt hatte, Ordnung ins Cottbuser Tagesgeschäft bringen. Souverän (61,6 %) gewann er die Wahl gegen Holger Kelch, „große Fische“ gingen ihm aber nicht ins Netz; das geschah ganz ohne Doppelsinn erst später, als er der Passion des Hochseefischens erlag.
In acht OB-Jahren hat Frank Szymanski viel bewegen können. Kitas und Schulen wurden saniert,  Sportstätten, das Piccolo-Theater und das Stadthaus gebaut, das Staatstheater saniert, die Bahnhofstraße erneuert und der Bau der Straße der Jugend auf den Weg gebracht. Vereine erfuhren viel Förderung, das Stadtklima entspannte sich. Allerdings erwies sich der Schritt des bald von Erfolgen verwöhnten Charismatikers mit den Jahren als zu forsch. Mitarbeiter, vor allem aber seine Genossen, blieben auf der Strecke, verweigerten sich offen. Das Ergebnis erschreckte nicht nur ihn: Bei sehr schlechter Wahlbeteiligung erreichte er nur noch 37 Prozent der Stimmen. Fehler in der Wirtschaftspolitik, ein jäher Schwenk im Hochschulstreit und wohl auch schon  die Altanschließerproblematik führten zum Abstieg.
Seiner Leidenschaft für Cottbus  tat das keinen Abbruch. Da sei kein Groll, versichert Frank Szymanski. Er hat inzwischen einige gesundheitliche „Baustellen“ im Griff, arbeitet begeistert am Wohnprojekt Branitzer Siedlung und jagt gelegentlich große Fische – im Meer.
Sein Wissen um die Potenziale dieser Stadt behält Gewicht und  kann Gutes bewirken. Viel Glück dem beliebten Jubilar.     J. Hnr.




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