OB-Kandidat Frank Szymanski (SPD) umreißt seinen 40-Punkte-Plan für Cottbus / Durch mehr Studenten wieder 100 000 Einwohner angepeilt

Cottbus (h.). Nach „Der kann Cottbus“ präsentierte OB Frank Szymanski diese Woche einen weiteren Problemsatz: „Die Stadt muss weiter wachsen“ titelt er 40 Punkte, die „Plan“ heißen. Die Frage: Wachsen in welcher Weise? bleibt darin unbeantwortet: In der Fläche, an Einwohnern, an Bedeutung, an Finanzkraft…? Und wieso „weiter“ anstatt „wieder“?
Abgesehen von sperrigen Drucksachen, nachzulesen unter www.der-kann-cottbus.de, hatte der alte und womöglich neue Oberbürgermeister einen entschlossenen, vollauf optimistischen Auftritt. „Ich will gerne weitere acht Jahre Oberbürgermeister sein“, sagt er und lässt keinen Zweifel daran, dass dabei Schwieriges zu stemmen ist. Er traue sich’s zu.
Auch künftig setzt Szymanski vor allem auf Fördermittel. Cottbus habe in der letzten Periode zehn Prozent aller brandenburgischen Fördermittel beziehen und einsetzen können – nicht, weil es am bedürftigsten war, sondern weil die Stadt stets überzeugende, ausgereifte Projekte zur Hand hatte. Das formuliert Szymanski als Kompliment an einen professionell arbeitenden Verwaltungsstab.
„Die Wirtschaftsförderung wird Chefsache“, heißt es in Punkt 29 des Plans. Damit räumt der Kandidat ein, dass dies, obwohl auch vor acht Jahren so postuliert, zuletzt nicht zutraf. Er schließt daher nicht aus, bei fälliger Neuwahl der Positionen der Rathausspitze im Jahr 2015 wieder einen Wirtschaftsdezernenten oder -beigeordneten zu besetzen. Auf jeden Fall müsse die Entwicklungsgesellschaft (EGC) gestärkt werden, wozu er die demnächst 100 Prozent kommunalen Stadtwerke und die LWG (bisher vor allem GWC-Rückhalt) heranziehen möchte. Zum noch weitestgehend brachen Technologie- und Industrie-Park (TIP) kündigt Frank Szymanski an, dass demnächst durch Grundstücksverkäufe die Eigenanteile der Vorfinanzierung (insgesamt elf Millionen Euro, drei Millionen Stadtanteil) eingebracht seien.
Zuversichtlich gibt sich der Kandidat zur Uni-Perspektive. Die BTU sei für fünf Jahre per Hochschulvertrag sehr gut finanziert und es gebe Sicherheit für beide Cottbuser Standorte. „Ich will aber 10 000 Studenten allein hier in Cottbus, weil dann die Einwohnerzahl wieder 100 000 erreichen kann“, sagt er. Aktuell hat die BTU Cottbus-Senftenberg 9 500 Studenten einschließlich der Senftenberger.
Wie sein CDU-Gegenkandidat sieht auch der amtierende OB Wachstumsaussichten durch Wohn- und Gewerbeansiedlung am künftigen Ostsee. Nur mit ihm, dem aktuellen Bürgermeister und Finanzchef, gemeinsam will er sich zu einem möglichen Rathaus-Neubau-Projekt äußern. Wegen schlecht ausgehandelter Langzeit-Verträge (20 Jahre) ist die Verwaltung im Technischen Rathaus überteuert eingemietet. Reduziert sich der Mietzins nach Fristablauf nicht dramatisch, rentiert sich ein Rathausneubau auf eigenem Grund. Zumindest würde das allen Baugewerken guttun. Vielleicht sogar auch dem Bild der „weiter wachsenden Stadt“.






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