Einzug in die Peitzer Tuchfabrik

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Im Jahr 1847 wurde für diese einstige Tuchmacherfabrik in der Peitzer Dammzollstraße der Bauantrag gestellt. Bauingenieur Ralf Wiedemann hat dieses Gebäude jetzt aufwendig saniert und für neun Wohnungen ausgebaut. Im rechten Foto ist zu erkennen, wie aufwendig der Erhalt des Bestehenden im denkmalgeschützten Gebäude war. Diese Woche wurde auch der Fassadensockel saniert, so dass das alte Gebäude in neuem Glanz erstrahlt Foto: M. Klinkmüller

Cottbuser Bauingenieur unterlag dem Charme des Gebäudes / Neun Wohnungen sind entstanden:
Peitz (mk). Ralf Wiedemann hat lange mit sich gerungen. Als Altersvorsorge suchte der Cottbuser Bauingenieur nach einem Objekt, dass er sanieren und vermieten kann. Im Internet entdeckte er die Tuchmacherfabrik in der Peitzer Dammzollstraße, welche bereits seit acht Jahren leerstand. Immer und immer wieder fuhr er an dem Objekt vorbei. Am Ende erlag er dem Charme des alten Gebäudes, welches unter Denkmalschutz steht. Das traufständige, zweigeschossige Gebäude mit Hochparterre ist über 34 Meter lang und 12,90 Meter breit. Die verputzte, klassizistische Fassade ist symmetrisch um einen Mittelvorsprung mit Stirnseite geordnet. Durch den Vorsprung wird das Gebäude gegliedert und der Haupteingang betont.
Die Sanierung begann im September 2014 und war eine Mammutaufgabe. Doch das Dach war dicht und der Keller trocken – zwei Gründe für den Experten, die Aufgabe zu wagen. Neun außergewöhnliche Wohnungen auf zwei Geschossen verteilt mit einer Gesamt-Wohnfläche von 680 Quadratmetern sind entstanden. Die Zwei-und Dreiraumwohnungen sind 47 bis 98 Quadratmeter groß und haben auf der Südseite große Balkone erhalten. Vom Alten so viel wie möglich zu erhalten, war das Motto des Investors. So hat er sich an die mühevolle aber gleichfalls lohnende Arbeit gemacht, zwanzig alte Türen des Gebäudes aufzuarbeiten. Auch alte Kamine blieben. Trotzdem können sich die Mieter auf ein energieeffizientes Haus mit dem KfW 70 Standard freuen. Das alte Haus ist mit Vorsatzschale gedämmt, der Fußboden ausgeblasen und eine Dampfsperre errichtet. Eine Trittschalldämmung gehört zum Komfort. Die großzügig und individuell geschnittenen Wohnungen sind nach Süden ausgerichtet. Alte Holzbalken durchziehen die modernen Wohnungen und sorgen so für Charme und behagliche Wohnlichkeit. Alle Bäder verfügen über Dusche und Wanne. Im Keller haben die Räder Platz. Freisprecheinrichtung und der Parkplatz vor der Tür gehören ebenfalls dazu. Auch ein Spielplatz soll auf dem Hof entstehen. Zudem will Ralf Wiedemann im Hof ein neues Gebäude mit acht Wohnungen errichten.