
Großartige Erfahrung für Musikschüler / Erstaunliche Entwicklung nach drei Proben / Zwei Aufführungen in der SoundCity
Guben (ha). Anderthalb Stunden ungebrochene Aufmerksamkeit, ruhig sitzen (!) und tausend Hinweise merken – die Proben für das musikalische Märchen „Peter und der Wolf von Sergei Prokofjew verlangt den Musikschülern im Alter von sechs bis Ü50 alles ab. Verschobene Einsätze, Fehlgriffe, Aussetzer – all das bringt den 1. Kapellmeister am Staatstheater Cottbus, Marc Niemann, nicht aus der Ruhe. Stets geordnet geht er auf einzelne Instrumente ein, findet Fehler und gibt einzelnen Musikern Hinweise, um anschließend das Orchester wieder zu vereinen. „Ich arbeite relativ viel mit Schüler und Laien“, erklärt der Dirigent im Anschluss. „Es ist wichtig, die Balance zu finden zwischen Detailarbeit und diese auf das Große und Ganze zu übertragen.“ Das Stück wurde für dieses ehrgeizige Projekt stark „abgespeckt“, trotzdem bleibt es eine schwere Aufgabe für die Musiker. „Die Zuhörer sollten nicht mit der Erwartung einer CD-Aufnahme oder eines professionellen Orchesters kommen“, rät Marc Niemann. Für ihn steht der pädagogische Effekt im Vordergrund: „Solch ein Zusammenspiel ist extrem wichtig. Jeder muss auf den anderen hören, sich einfügen. So zu spielen macht unglaublich viel Spaß und motiviert für das anstrengende Üben.“ Und in der Tat haben junge Musiker wieder das Instrument in die Hand genommen, die mit dem Spielen aufhören wollten.
Für Musikschulleiter Andreas Zach soll das Orchesterprojekt keine einmalige Sache sein. „Ich möchte künftig gern einmal im Jahr ein Orchesterprojekt ins Leben rufen. Dann aber nicht unter einem so hohen Druck wie derzeit. Vor allem die Streicher haben gleichzeitig drei Projekte einzustudieren, das ist eigentlich viel zu viel.“ Erste Gespräche mit Lehrern gab es bereits, um genügend Freiraum für ein solches Orchesterprojekt zu schaffen.
Doch am SoundCity-Wochenende der Landesmusikschultage ist erst einmal das Märchen „Peter und der Wolf“ dran. Zweimal wird es aufgeführt – am Sonnabend, 2. Juni, 13.15 Uhr auf der Hauptbühne am Dreieck und Sonntag, 3. Juli, 11.15 Uhr in der Klosterkirche.





