Ex-Spremberger zieht es nach Hause

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Großer Andrang herrschte trotz der Tropenhitze beim Rückkehrer-Stand in der Dresdner Straße Foto: T. Richter-Zippack

Arbeitsplätze bedeuten den potenziellen Heimkehrern längst nicht alles:
Spremberg (trz). Heimweh ist offenbar stärker als Geld. Diese  Erfahrung machen viele Spremberger, die in der Fremde arbeiten. Denn nicht wenige zieht es in die alte Heimat zurück. Während des Heimatfestes stieß ein entsprechender Infostand von Seiten der Stadt und hiesiger Unternehmen auf große Resonanz.
Beispielsweise bei Bianka Vogt. Die 42-jährige Ex-Sprembergerin war vor 23 Jahren nach Bayern gezogen. Selbst die grandiose Aussicht auf die Alpen könne das Heimweh der gebürtigen Lausitzerin nicht wettmachen. „Große Teile meiner Familie leben in Spremberg. Und sie fragen immer öfter, wann ich zurückkomme“, berichtet Bianka Vogt. Die Laborantin habe sich bereits in verschiedenen Krankenhäusern der Region beworben, bislang aber nur Absagen kassiert. Dabei wäre sie durchaus bereit, auch finanzielle Abstriche in Kauf zu nehmen.
Fast auf gepackten Koffern sitzt auch Familie Schoetz. Die Ex-Spremberger wohnen derzeit in Nordhorn nahe der niederländischen Grenze. „Ich bin Verkäuferin, würde auch in Spremberg sicher wieder Arbeit bekommen“, sagt Siglinde Schoetz. Nicht so einfach sei es bei ihrem Mann Frank. „Durch einen Unfall kann ich nur einen Bürojob annehmen. Doch bislang habe ich in der Lausitz nichts Passendes gefunden“, berichtet der Lagerist.
Bürgermeisterin Christine Herntier lockt potenzielle Rückkehrer in die frühere Heimat. Bei 23 000 Einwohnern gebe es in der Stadt 12 000 Arbeitsplätze. Die meisten, nämlich 4500, befänden sich im Industriepark Schwarze Pumpe. Viele Firmen suchten händeringend nach Arbeitskräften.
Doch längst seien Jobs nicht alles. Bereits seit Jahren bemühten sich Rathaus und Abgeordnete, die Stadt so familienfreundlich wie möglich zu gestalten. Auch die Firmen unternähmen eine Menge, um die Mitarbeiter zu halten. Bei Terpe Bau werde einmal pro Monat eine physiotherapeutische Behandlung angeboten. In der Papierfabrik könne im Gleitzeitprinzip gearbeitet werden.