Im karnevalistischen Rausch: „Heut’ steppt der Adler“ letzten Samstag in Superform in der Stadthalle / Wetterflaute beim „Zug der fröhlichen Leute“.

Region (h.) Als wahres Festival der Fünften Jahreszeit in der Lausitz lief vergangenen Sonnabend aus der Stadthalle Cottbus die Super-Show „Heut’ steppt der Adler“ als Gemeinschaftswerk des Karnevalsverbandes Lausitz, des rbb-Fernsehens und der Congress, Messe und Touristik GmbH Cottbus (CMT). Bereits am 17. Januar war die Karnevalsgala mit 250 Aktiven aus dem ganzen Land Brandenburg aufgezeichnet worden, doch für tausende Zuschauer an den Bildschirmen brodelte sie wie ein Liveact, denn die Halle war bis in die letzte Reihe mit hitzigen Karnevalisten gefüllt; in den vorderen Reihen erlebten verdienstvolle Senatoren des Verbandes staunend das glückhafte Brausen. Karneval in der Lausitz hat seit seiner Wiedergeburt Anfang der 1990er Jahre auf den Straßen und dem Anschub des in vielen Orten (mindestens seit den 1960er Jahren) traditionsreichen Programkarnevals in jüngster Zeit einen riesigen Qualitätssprung geschafft, den die Adler-Gala krönt. Bewirkt haben das die Regisseure und Choreografen in den Karnevalshochburgen, deren Garden erststaunliche semiprofessionelle Leistungen liefern, und am professionellen Ruder die Berliner Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft Joke & Org Medien, die dieses Format für den rbb produziert.
Namen wie Michael Seidel (Musikredaktion), Sebastian Schöne, Claudia Weigt und Kim Frühholz (Aufnahmeleitung) sowie Katrin Mandel (Redaktionsleitung) und Daniel Berlin (Regie) und vielleicht einige mehr aus dem Clan sollte man sich merken, denn hier kommt, um den alten Brandt zu zitieren, zusammen, was zusammen gehört. Das sind ausgefeilte, singbare Texte, die aus den Kehlen und gleichsam aus den Herzen fließen, wenn sich auf heutiges Steppen von Adler und Bär reimt: Ach wenn doch immer nur heute wär! Und das sind Elemente aus den grandiosen Programmen, die Jahr um Jahr in den lokalen Hochburgen von Laien produziert, trainiert und dargeboten werden. Auf das Beste vom Besten konnte das Zeremonienpaar Matthias Luttner und Nele Redlich zurückgreifen, unter anderem Prinzengarden und Showelemente aus Welzow, Golßen, Forst-Sacro, Sergen, Laubsdorf, Schwarzheide, Luckau und ferneren Orten. In der Bütt fehlt es nicht an Merz- und Woidke-Kritik (letzterer schon länger nicht mehr im Publikum).

Atemberaubend die Show „Unignes“ der Interessengemeinschaft Cottbuser Karneval (ICC), deren Vita typisch für weitere ist. Einst hervorgegangen aus dem vielfach auszeichneten Tanzensemble „Freundschaft“, schloss sich die Truppe 1991 der ICC an, trainierte im Tanzhaus PICCOLO und ist längst ganzjährig im Training und in Aktion. Chefin Melanie Wudi freut sich stets über Zugänge. Auch das beste Männerballett, zuhause bei den Finsterwalder Sängern, kann auf Tradition weit in die Vor-90er Jahre verweisen. Lausitzer Gewächse glänzen im deutschen Blütenstrauss bester Karnevalskultur.
Auf den Cottbuser Straßen ging es am Sonntag nach dem Adler-Abend ruhiger zu als sonst – wegen des Wetter oder wegen des vorgezogenen Termins. Man weiß es nicht. Sicher aber ist, dass Spitzen(Adler)qualität nur mit viel, sehr viel Kraft gelingt.
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