Forst: Mulknitz war einst Skigebiet

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Vom im vergangenen Jahr verstorbenen Siegfried Dubrau stammt dieses schöne Foto aus dem Ortsteil Mulknitz

Vor allem die Teiche locken in den Forster Ortsteil:
Wolfgang Schenk erzählte am Telefon: „Mulknitz ein Wintermärchen. Bei dem Foto werden bei mir Erinnerungen an die 50er-Jahre wach. Damals habe ich meine ersten Ski erhalten. Zwar gebrauchte, aber diese taten es auch. Am Sonntag nach dem Frühstück haben wir uns, also etwa 25 Kinder und zwei ältere Damen, bei Gurken-Andrick getroffen. Wir waren so zwischen 10 und 18 Jahre alt und machten uns auf zu einer Skiwanderung. Von den Mulknitzer Wäldern ging die Strecke weiter zu den Euloer Teichen. Am Sandschacht hatten wir dann eine Stunde viel Spaß bei der Abfahrt. Dann ging es weiter zum Jamnoer Berg. Nach zwei bis drei Abfahrten ging es wieder nach Hause. Bis 14 Uhr hatte ich die Ausgangserlaubnis meiner Eltern. Wir waren damals einer von zwei Skivereinen, die es bis 1952 in Forst gab. Einen Namen hatten wir nicht. Wir nannten uns nur Verein. Er löste sich auf, als meine Grundschulzeit beendet war. Damals lag hier noch sehr viel Schnee. Im November  begann es zu schneien und der Winter endete erst im März. Klar, es taute zwischendurch auch mal, aber es gab immer wieder neuen Schnee. Trotz dieser Wintererlebnisse war meine Zeit der Frühling an den Mulknitzer Teichen. Zu jeder freien Stunde war ich als Kind bei Mutter Natur, um Tiere wie Kraniche, Graugänse, Fisch-Schreiadler, Rohrweihen, Eisvögel, Blaurallen oder den Wiedehopf aus sicherer Entfernung mit dem Fernglas zu beobachten. Mit 12 Jahren war ich damals das jüngste Mitglied des Kulturbundes. Ich interessierte mich sehr für den Schutz der Natur. Zur Zeit der Grasmahd schützte ich etwa die Brachvögel durch das Abstecken der Eigelege mit Fähnchen vor den Mähgeräten. Für mich war dies eine sinnvolle Freizeitgestaltung. Dazu gehörte, gemeinsam mit anderen Naturschützern auch die Vogelzählung, wie die der Weißstörche. Ich selbst wohnte zur Kinderzeit in Berge und kam aber immer wieder gerne nach Mulknitz. Hier lebten auch zwei Klassenkameraden. Die Mulknitzer Kirche ist mir seit der Nachkriegszeit bis in die 90er-Jahre, als sie wieder ein hübsches Kirchlein wurde, gut bekannt. Als Erwachsener besuchte ich auch öfter Frenzels Gaststätte und habe dort so manches Bier gezischt. Mein Anfahrtsweg von der Fruchtstraße nach Mulknitz (Ort und Teiche) war ja nicht lang. In Mulknitz fand ich Ruhe und erinnere mich an viele Stunden der Pflanzen- und Tierbeobachtung. Später kam ich oft mit meiner Ehefrau hierher. Meine erste Bekanntschaft mit dem Mulknitzer Teichgebiet hatte ich schon mit vier Jahren. Meine gesamte Verwandtschaft unternahm mit Akkordeon und Gesang gern ausgedehnte Wanderungen rund um Forst“.
Thomas Methe griff zu Stift und Papier: „Zu sehen ist hier die Mulknitzer Dorfstraße. Links hinten gut zu erkennen ist die Mulknitzer Dorfkirche. Die Kirche steht etwas zurückgesetzt zwischen der Straße und dem südwestlich gelegenen Friedhof. Die Dorfkirche wurde 1927/28 nach Plänen des Kirchenbaurates Dr. Kurt Steinberg errichtet. Die verantwortliche Baufirma war Willi Mrose aus Weißack. Vor der errichteten Dorfkirche stand einst das alte Kirchengebäude. Dieses aber war baufällig geworden. 1929 wurde es abgebrochen. Mulknitz wurde am 1. Januar 2003 in die Stadt Forst eingemeindet. In den vergangenen Jahrhunderten gab es mehrere Ortsnamen, darunter Molknitz und Mulcknitz in anderer Schreibform. Bekannt sind in Mulknitz die Teiche und auch das kleine etwa 1975 errichtete Feuerwehrgebäude. Im Sommer 1987 beging das Dorf Mulknitz  die 500-Jahrfeier mit vielen Höhepunkten sowie historischem Umzug“.
Ein historisches Bild gewonnen hat Wolfgang Schenk.
Herzlichen Glückwunsch!