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Georgische Pianistin Dudana Mazmanishvili spielt Chopin in Vetschau

Region | Von | 29. April 2022

Dudana Mazmanishvili folgt einer Einladung der Slawenburg.

Dudana Mazmanishvili

Dudana Mazmanishvili

Region. Dudana Mazmanishvili, in Tiflis geboren, debütierte im zarten Alter von acht Jahren mit dem georgischen Staatsorchester. 1998 holte sie Elisso Virsaladze an die Musikhochschule München. Ab 2005 vervollkommnete sie sich in New York bei Jerome Rose. Heute ist sie eine gefeierte Solistin auf den Bühnen der Welt. Am 14. Mai 2022 spielt sie in der Deutsch-Wendischen Doppelkirche Vetschau ein Chopin-Programm. Wir begegneten ihr 2021 bei der Ausstellung „Rudolf Virchow – Archäologe in der Lausitz und in Georgien“ in der Slawenburg und sprachen jetzt mit ihr.
MB: Als Pianistin begeistern Sie sich für Virchow. Wie kommt das?
Dudana Mazmanishvili: Rudolf Virchow besuchte Georgien und ist als Chirurg, Pathologe und Archäologe in meinem Land sehr bekannt. Ich schätze auch Herrn Jens Lipsdorf sehr; er ist wegen seiner Bemühungen um Kontakte zwischen Georgien und dem Land Brandenburg Ehrenbürger in Batumi. Ich unterstütze gern seine Virchow-Forschung und die Projekte der großartigen Slawenburg Raddusch. Deswegen haben wir auch dieses Konzert verabredet.
Es gibt einen Anlass dafür.
Ja, 30 Jahre der Wiederaufnahme deutsch-georgischer Beziehungen. Als Europa anfing, seine östliche Hälfte neu zu entdecken, kam auch dieser Neuanfang. Georgien hat dieses Jahr einen Antrag auf EU-Mitgliedschaft gestellt. Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine bewegen uns Sorgen um unsere Gebiete.
Sie sind Künstlerin, aber auch Managerin. Was ist wichtiger?
Ich bin zuerst Künstlerin – das ist meine Persönlichkeit. Das habe ich mir nicht ausgesucht, so bin ich geboren und dafür habe ich sehr viel und diszipliniert gearbeitet. Man vergisst oft, dass Künstler nicht nur verträumte Wesen, sondern hart arbeitende, hochorganisierte Personen sind. Meine kreative Art überträgt sich auf meine Tätigkeit als Festivalgründerin, Kulturattachée und Mutter.
Wie geht es Ihrem “Internationalen Tbilisi Piano Fest“?
2019 habe ich neue Musikbegegnungen in der georgischen Hauptstadt ins Leben gerufen. Die große Tradition der Klavierschule wird fortgesetzt. Die Pandemie verhinderte Konzerte. Aber in vier Wochen versammelt das Festival zum dritten Malwunderbare Pianisten der Welt zum Musizieren, Unterrichten und Diskutieren in meiner bildhübschen Stadt Tbilisi. Ich freue mich sehr darauf.
Sie sind Preisträgerin hochkarätiger Wettbewerbe. Welcher Preis ist Ihr wichtigster?
Sicherlich der August-Everding-Preis in München, die vielen Auszeichnungen in den USA und die daraus entstandenen Auftritte in der Carnegie Hall sowie der Internationale Busoni Wettbewerb in Bozen. Musikwettbewerbe sind für die Industrie wichtig, um begabte Pianisten zu entdecken. Für uns Musiker ist es eher die Vorbereitungszeit, die uns bereichert, uns entwickelt. So lernen wir, auch in großen künstlerischen Momenten einen kühlen Kopf und ein warmes Herz bewahren.
Gibt es besondere, ganz unvergessliche Auftritte?
Jeder Auftritt bringt Überraschungen. In New York habe ich einmal die Tochter von Arthur Rubinstein getroffen, die zutiefst berührt war. Das war ein so besonders bewegender Moment, auch das Konzert zur Todesstunde von Mendelssohn in seinem Leipziger Haus. Große Säle wie die Elbphilharmonie und die Berliner Philharmonie sind immer eine Freude, vor allem in Begleitung eines Orchesters. Unser Beruf ist ja sehr einsam. Da freut mich der Austausch mit so vielen Musikern und der musikalischen Dialog mit dem Dirigenten.
Sie werden hier in Vetschau Chopin interpretieren. Warum gerade Chopin?
Warum nicht gerade Chopin? Er ist mehr als jeder andere für die Entwicklung der modernen Klaviermusik verantwortlich. Er war einer der originellsten Pianisten seiner Zeit mit großem Einfluss auf nachfolgende Generationen von Komponisten für Klaviermusik. Ich freue mich sehr auf das Konzert und werde einige der bedeutendsten Werke des Komponisten spielen.
Aber aufgeregt sind Sie nicht?
Jetzt nicht, aber dann doch. Am Konzerttag bin ich sehr introvertiert, versuche in mich zu gehen.
Danke für das Gespräch.

Das Konzert ist kostenlos. Anmeldung: 035433 59220 bzw. info@slawenburg-raddusch.de

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