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Maja Wallstein - Märkischer Bote
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Ich kämpfe für eine enkeltaugliche Lausitz

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Ich kämpfe für eine enkeltaugliche Lausitz

10. September 2021 | Von | Kategorie: Region |

Maja Wallstein (SPD) will für den Wahlkreis Cottbus/ SPN in den Bundestag einziehen.

Ich kämpfe für eine enkeltaugliche Lausitz

Die gebürtige Cottbuserin Maja Wallstein ist Bundestagskandidatin der SPD im Wahlkreis 64. Wir sprachen mit ihr über ihre politischen Ambitionen. Foto: Rainer Weisflog

Am Sonntag, 26. September, findet die Wahl zum 20. Deutschen Bundestag statt. Für die SPD tritt Maja Wallstein im Wahlkreis 64 (Cottbus und Spree-Neiße) an. Mit der 35-jährigen gebürtigen Cottbuserin sprach Frank Heinrich von der Lausitzer Heimatzeitung.

Frau Wallstein, bitte stellen Sie sich doch selbst kurz vor.
Maja Wallstein: Ich bin ein Kind der Lausitz. In Cottbus geboren, berufstätige Mutter, Wissenschaftsmanagerin, ehemalige Betriebsratsvorsitzende und Fußballschiedsrichterin. Nach meinem Abitur habe ich in Frankreich ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Seniorenresidenz absolviert. Die Menschen und ihre Lebensgeschichten haben mich sehr geprägt.
Studiert habe ich in Potsdam und Krakau Politik, Verwaltung und Polonistik. Ich bin also auch mit der Sprache und Kultur unserer Nachbarn vertraut.

Seit wann sind Sie politisch aktiv?
Durch mein Studium in Potsdam konnte ich 2006 nicht mehr bei der SG Willmersdorf trainieren. Also habe ich ein Fußballteam in Potsdam gegründet und da war ein Juso dabei. Der Deal war: Er spielt im Team und ich kandidiere für die Jusos und das Studierendenparlament.

Welche politischen Erfahrungen konnten Sie bereits sammeln?
In der Uni habe ich mich im Stupa für die Anliegen der Studenten eingesetzt. Dann habe ich mich 2011 gegen die Zwangsfusion der BTU mit der Hochschule Lausitz engagiert und damit gegen das Ansinnen der SPD-geführten Landesregierung gestellt. In meiner Partei erhielt ich dafür den Spitznamen ‘Krawallstein’. Diesen trage ich heute mit Stolz, denn ich stehe für Politik mit Rückgrat.
Als Gewerkschafterin und Betriebsratsvorsitzende musste ich dann einige Kämpfe mit ungleich verteilten Waffen kämpfen.

Haben Sie sich gezielt auf die Kandidatur und das mögliche Mandat vorbereitet?
Natürlich. Auf meiner Zuhör-Tour durch Cottbus und den Landkreis Spree-Neiße habe ich ganz viele Menschen getroffen. Sie haben mich mit ihren Geschichten, Anliegen und ihren ehrlichen Worten mehr geprägt als ich erwartet hätte und vor allem haben sie mich persönlich und als Kandidatin besser gemacht. Diese Menschen und ihre Geschichten sind mein Ansporn zu kämpfen, dass unsere Region nicht in die falschen Hände fällt.

Wie schätzen Sie die Arbeit der aktuellen Bundesregierung ein?
Wir stehen in Deutschland und ganz besonders in unserer Region vor großen Aufgaben und vor einem großen Aufbruch. Dabei dürfen wir uns kein „Weiter so“ erlauben! Wir Sozialdemokraten haben in den letzten Jahren in der Regierung einiges bewegt, die Abschaffung des Soli, die Einführung des Mindestlohns, die Grundrente und ein Klimaschutzgesetz.

Was wollen Sie für die Lausitzer im Bundestag erreichen?
Ich will, dass die Lausitz enkeltauglich wird. Das bedeutet, dass wir eine Lausitz schaffen in der sich meine Kinder und Enkelkinder heimisch fühlen, in der sie eine Zukunft und eine Perspektive haben.
Und das geht nicht ohne gute Bildungs- und Betreuungsangebote, ein attraktives Wohnumfeld mit kulturellem Leben, lebendigen Innenstädten, einer guten medizinischen Versorgung, guten beruflichen Perspektiven und einer guten Infrastruktur wie einer funktionierenden Bahnanbindung.

Wie wollen Sie das alles stemmen?
Trotz enormer Herausforderungen, standen die Zeichen für unsere Region vermutlich noch nie so gut wie heute. Um unsere Industrie zu modernisieren, Arbeitsplätze zu sichern und den Klimaschutz konsequent voranzubringen, braucht es technologischen und auch gesellschaftlichen Fortschritt. Dafür lohnt es sich zu kämpfen! Wissenschaft und Forschung waren schon immer die Themen, die mich am meisten angetrieben haben. Auch weil ich der Meinung bin, dass im Wissen und in der Forschung, die größten Potenziale für unser Land, aber vor allem auch für unsere Region liegen.
Starke Hochschulen und außeruniversitäre Einrichtungen ziehen junge Menschen aus der ganzen Welt an und mildern so den demografischen Wandel. Gute Forschung und Entwicklung sind die besten Standortfaktoren für innovative Unternehmen und deren Investitionen.
Die großen Fragen der Zukunft vor denen wir stehen, werden wir nur mit Hilfe der Wissenschaft und Forschung beantworten können.

Wofür stehen Sie noch und welche weiteren Positionen vertreten Sie?
Ich stehe für die Menschen aus unserer Region, weil ich eine von ihnen bin. Ich stehe für die jungen Menschen, die jungen Frauen, die hierher zurückkommen und hier leben wollen, weil ich eine davon bin.
Ich stehe für die Familien, weil auch meine Familie mir alles bedeutet. Ich stehe für Gleichberechtigung, weil ich das den beiden Mädchen schulde, die mich Mami nennen. Und ja, ich möchte mehr Frauen in Führungspositionen und zwar nicht etwa aus Einsparungserwägungen, weil ja gern mal angenommen wird, man dürfe Frauen 20 Prozent weniger Gehalt zahlen, sondern weil ich davon überzeugt bin, dass wir auf diese Qualität nicht verzichten dürfen. Ich stehe für die, die gepflegt werden und die die pflegen, weil ich selbst in der Altenpflege gearbeitet habe und mich das unfassbar geprägt hat. Ich stehe für faire Löhne, bessere Arbeitnehmerrechte, starke Gewerkschaften und Mitbestimmung, weil ich selbst Gewerkschafterin bin. Ich stehe für starke Vereine und die Unterstützung des Ehrenamts, weil ich selbst Vereinsvorsitzende bin und als Ehrenamtliche nicht nur Kinder aus einkommensschwachen Familien unterstützt habe, sondern auch am Wochenende als Fußballschiedsrichterin auf den Plätzen dieses Landes stehe. Ich stehe für Vertrauen in Forschung und Wissenschaft, weil ich seit Jahren beruflich in diesen Bereichen tätig bin und die Menschen kenne, die Antworten geben können für die großen Herausforderungen der Zukunft.
Ich stehe für die Anliegen der Ostdeutschen, weil ich erlebt habe, welche Brüche die Menschen erlebt haben. Und weil ich es diesen mutigen Menschen verdanke, dass ich in einem freien Land aufwachsen, in Frankreich arbeiten und auch in Polen studieren konnte. Ich stehe für das, was wir Demokratie nennen, weil ich weiß, dass ich zwar meinungsstark, aber nicht unfehlbar bin. Ich stehe und kämpfe für all das und für eine Partei, die sich nicht wegduckt, wenn‘s schwierig wird.

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