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Ich schrumpfe mich nicht kaputt: Eberhard Walter nennt seinen kommunalen Strom-Laden „Konzern“

Cottbus | Von | 13. Dezember 2003

Eberhard Walter

„ Was wir für ‘typisch russisch’ hielten, scheinen Zeichen großer Länder zu sein“, sagt Walter und zeigt Abzeichen aus den Staaten.

Chef der Stadtwerke, Präsident des Unternehmerverbandes Brandenburg, Vizepräsident des Verbandes Kommunaler Unternehmen Deutschlands, Präsident des Radsportclubs und, und, und – Eberhard Walter, Urcottbuser und schon vor 1990 im Energie-Management etabliert, ist ein vielbeschäftigter Mann.
Sein Unternehmen nennt er Konzern (siehe Hintergrund); dass es zu den größten Arbeitgebern hier gehört, sei der schlechten Wirtschaftslage geschuldet, sagt er: „Produktion tut Not, Versorger sollten kleine Mittelständler sein.“
Der Stadtwerke-Konzern wuchs stetig, nun beginne die Konsolidierung. Auf drastischen Einwohnerschwund in Cottbus angesprochen, reagiert Walter heftig: Wozu klagen? „Höher, schneller, weiter“ heiße es bei den Amerikanern, und: „Ich schaffe was!“ Warum nicht hier auch? „Ich schrumpfe mich nicht kaputt“ sagt Walter kategorisch, räumt aber 8 bis 10 Prozent Abbau zur „Anpassung“ ein.
Die Stadtwerke hätten schwierige Zeiten durchgestanden, unter anderem wegen der Brand-Havarie im eigenen Kraftwerk. Ein Vergleich habe Geld in die Kassen gebracht, außerdem habe man ein Drittel des Fernwärmenetzes verkauft (Erlös: 30 Millionen Euro), um es auf zehn Jahre zu leasen. „Natürlich konsumieren wir die Einnahmen nicht, sondern haben sie zur Konsolidierung des Unternehmens, beispielsweise zur Ablösung teurer Kredite eingesetzt.“ In zwei bis drei Jahren will Walter „schwarze Zahlen“ schreiben.
Ideen wie die Stilllegung der Straßenbahn plagen ihn dabei nicht. Er hält das Verkehrsmittel für zukunftsfähig, denkt sogar über eine Streckenführung bis zum Lausitz Park nach. „Wenn sich’s rechnet…“
Beeindruckt zeigte sich Eberhard Walter von den Kontakten in Erie / USA. Eine Cottbuser Wirtschaftsdelegation nach Pennsylvania stand kürzlich unter seiner Leitung. Das sei eine Region im Umbruch (von Montanwirtschaft zu Dienstleister), allerdings mit viel Kapital. Interesse bestehe dort vorrangig am polnischen Markt. „Vielleicht können wir mit einem privaten Partner Wegbereiter sein.“ Die Vorstellungen sind aber mehr als vage. Auch an die Luftbrücke zu Drewitz glaubt Walter noch nicht.
Indessen hält er das Projekt eines fliegerischen Freizeitzentrums in Neuhausen für startreif. Genehmigungen liegen vor. Mit 18 bis 20 Millionen Euro privatem Kapital lassen sich hier mittelfristig um 50 Arbeitsplätze schaffen, schätzt der Stadtwerke-Chef ein. Fliegen habe eine große Faszination. Allein die Ausbildung für sämtliche Lizenzen, wozu Flieger derzeit weltweit reisen, könne Neuhausen großen Gewinn bringen.

Hintergrund

Unter dem Dach der Stadtwerke-Holding arbeiten derzeit 800 Beschäftigte. Während die Stadtwerke GmbH selbst sich mit Energiemanagement, Verkaufsstrategie, Rechnungswesen und allen Führungsaufgaben befasst, besorgen selbständige Gesellschaften die Dienstleistungen: die Fernwärme-Gesellschaft als 100-prozentiger Stadtbetrieb, die Gasversorgung (63 % Stadt / 37 % Spreegas), die Elektroenergieversorgung und die Heizkraftwerksgesellschaft (je 100 %).
Beteiligungen haben die Stadtwerke an der COSTAR GmbH für Stadtreinigung und Entsorgung (94,6 %), an Cottbusverkehr (74 %, 26 % hält der Spree-Neiße-Kreis), Cottbuser Hochdruck (50 %), an der Entwicklungs-Gesellschaft Cottbus (19,6 %), an der Energieunion AG (6 %) an der Flugplatzgesellschaft (80 %, 10 % Neuhausen, je 5 % Koppatz und Laubsdorf) und schließlich 2,5 % an ENETKO GmbH & Co KG Köln.
Im Zentrum der Stadtwerke-Tätigkeit steht der Stromhandel. Nach ständigem Unternehmenswachstum hat jetzt die Konsolidierung begonnen.

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