Verschwundene Verlage.

Guben (MB). Die Stadtbibliothek Guben lädt am Freitag, 17.4., zu einer Lesung mit dem Berliner Verleger und Autor Christoph Links ein. Im Mittelpunkt des Abends steht das Thema „Verschwundene Verlage“ sowie sein eigenes verlegerisches Schaffen. Die Moderation übernimmt Andreas Peter. Christoph Links gilt als einer der profiliertesten Chronisten der deutschen Verlags- und Zeitgeschichte. Mit der Gründung des Ch. Links Verlags im Dezember 1989 – unmittelbar nach dem Mauerfall – schuf er einen unabhängigen Sachbuchverlag, der sich intensiv mit der Aufarbeitung der DDR-Geschichte, der deutschen Teilung und den Umbrüchen nach 1989 auseinandersetzt.
Zahlreiche Publikationen widmen sich Institutionen, Akteuren und Strukturen, die heute weitgehend aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden sind – darunter auch Verlage, die einst prägend waren. Zum Ende der DDR existierten lediglich noch 78 zugelassene Verlage, obwohl nach 1945 mehr als 200 von der sowjetischen Militäradministration genehmigt worden waren. In seinem Buch untersucht Christoph Links die Geschichte von 150 verschwundenen Verlagen und geht der Frage nach, warum und auf welche Weise sie vom Markt verschwanden. Damit verbunden ist eine grundsätzliche Fragestellung: Mit welchen Mitteln und Methoden agierte die SED-Führung im Bereich der Kulturwirtschaft?
In der Veranstaltung spricht Christoph Links über die Geschichte und Bedeutung dieser „verschwundenen Verlage“, über ihre Rolle im kulturellen Gedächtnis und darüber, warum Bibliotheken zentrale Orte zur Bewahrung dieses Wissens sind. Darüber hinaus gibt er Einblicke in seine Arbeit als Verleger, Autor und Herausgeber sowie in die Herausforderungen unabhängigen Publizierens. Andreas Peter führt durch den Abend und moderiert das Gespräch. Im Anschluss besteht Gelegenheit für Fragen und eine Diskussion.
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