
250-Hektar-Waldbrand in der Lieberoser Heide ist gelöscht / Brandstiftung wird vermutet
Peitz/Lieberose (trz). Normalerweise sorgen Gewitter in der Bevölkerung für Angst und Schrecken. Anders dagegen am vergangenen Dienstag: Da wurden Blitz, Donner und insbesondere der Regen sehnlichst von Feuerwehrmännern und Forstleuten in der Lieberoser Heide herbeigesehnt. Der Anlass: Ein Waldbrand wütete auf einer Fläche von rund 250 Hektar (ab 100 Hektar Katastrophenwaldbrand) auf der alten Schießbahn des früheren Truppenübungsplatzes. Und tatsächlich: Der Himmel öffnete für genau 31 Minuten seine Schleusen. Gut 15 Liter Wasser pro Quadratmeter reichten aus, um die Flammen zu besiegen. Anderenfalls hätte es zur totalen Katastrophe kommen können, wie Forstmann Claus-Rüdiger Seliger von der Landeswaldoberförsterei Peitz sagt. Denn lediglich 20 Meter seien die Flammen von der „kritischen Grenze“ entfernt gewesen. Bis dato haben „nur“ Heideland und dort aufgekommene Bäume gebrannt. Doch in unmittelbarer Nähe grenzt der Hochwald an. Es wäre aller Wahrscheinlichkeit zu einem Vollbrand gekommen, der eine Eigendynamik entwickelt hätte, die die Feuerwehrleute kaum mehr zeitnah in Griff bekommen hätten.
Insgesamt kämpften 20 Feuerwehren aus der gesamten Region mit knapp 60 Einsatzkräften gegen das Feuer. Hinzu kam Unterstützung vom Technischen Hilfswerk, das einen Radlader zur Verfügung stellte, und von der Polizei. Die Beamten gaben via Hubschrauber Informationen an den Boden, in welche Richtung sich das Feuer ausbreitet. Direkt ins Brandgebiet hinein durften die Kameraden allerdings nicht. „Viel zu gefährlich“, begründet Claus-Rüdiger Seliger. Denn das Areal gilt bis heute als munitionsbelastet. Nicht auszudenken, wenn ein Feuerwehr- oder ein Forstmann durch eine Granate zu Schaden käme.
Als Ursache des Brandes vermutet Seliger Brandstiftung. „Wir haben in unmittelbarer Nähe mehrere Brandstellen gefunden, die durch Menschenhand angelegt worden sein müssen.“ Jetzt würden die Verursacher ermittelt.
Der bis dato letzte Großbrand in der Region hatte im Jahr 1994 unweit von Bärenklau rund 300 Hektar Wald vernichtet. In der Lieberoser Heide gibt es für die Ausbreitung von Feuer ideale Bedingungen: trockene arme Standorte, viel brennbares Holz und in großen Teilen kaum Wasser. Kurios: Der Truppenübungsplatz Lieberose (anfangs „Kurmark“, war im Mai 1942, vor nunmehr 75 Jahren, ebenfalls durch einen riesigen Waldbrand entstanden. Die Fläche wurde aufgrund des schlechten Standortes nicht mehr aufgeforstet, stattdessen intensiv militärisch genutzt. Heute gehört der Schießplatz zu großen Teilen der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, einem Naturschutzgremium, die dort Wildnisentstehung propagiert.







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