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Melancholische Therapie in Senftenberg

Region, Einkehrtipp, Unterhaltung & Freizeit | Von | 20. Dezember 2019


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Anmerkungen zu „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“ im engen Rangfoyer der neuenBühne

 

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Sybille Böversen und Parick Gees absolvieren sechs Tanzstunden in sechs Wochen und haben sich viel zu verschweigen oder eben auch zu enthüllen Foto: Steffen Rasche

 

Senftenberg (MB) Zwei Dinge fehlen: Richtige Freude und wirkliches Entsetzen. Sie spielen gut – elegant, geschmeidig, listig, immer wieder auch ein wenig beleidigt und dann auch hinterlistig. Die Grand Dame des Hause, Sybille Böversen, gibt die einsame Lily Harrison und der junge Patrick Gees schmeichelt sich als Michael Minetti in ihr Vertrauen. Sie füllen die breite Fläche vor den viel zu eng gestellten Stühlen im Rangfoyer mit Eleganz und leisem Witz aus, aber es kommt nie wirklich zu zündender Tanzfreude. Gleich nach den ersten Schritten müssen sie ab in ihre Umkleidestübchen. Und sie halten auch niemals in wirklichem Entsetzen inne. Denn was sie sich Scheibchen um Scheibchen enthüllen, ist teils ganz schrecklich, jedenfalls so schlimm, dass es sich nicht in gefälliger Salonkonversation wegspielen lässt. Hier hätte Frank Düwel mit straffer Regie eingreifen müssen, auch wenn das gegenüber einer lokalen Diva schwer sein könnte. Die Premiere war schon im Oktober; wir sahen das Stück diese Woche und erlebten ein Paar, dem gelegentlich schon die Spannung des Neuen, die Neugier fehlte. Es ging alles so glatt ab, dass nur die jeweils ersten Tanzschritte im Swing, Tango, Walzer, Foxtrott, Cha-Cha-Cha und Twist zu Höhepunkten wurden, nicht die zuspitzenden Dialoge.
Dass alles aus dem amerikanischen Süden kommt, müssen auf Tropenwald-Tapete projizierte Kolibris und ein träger Kakadu erklären. Richard Alfieri heißt der Autor, und seit Johan Grumbrecht das Stück ins Deutsche übertragen hat, wurde es überall da zum Klassiker, wo eine große Mime eine Herausforderung verdient. Junge Männer finden eine ideale Chance, sich als Charmeur auszuprobieren. Das leuchtende Vorbild dieser ungewöhnlichen Freundschaftsgeschichte spielen Ginger Rogers und Fred Astaire.
Ganz ohne Übertreibung: Sybille Böversen und Partick Gees zeigen durchaus gleichwertige Haltung und beherrschen ihre Schritte. Sie bekamen sehr herzlichen Beifall und sind wieder am 2. Weihnachtstag und am 29. Dezember zu sehen. J. Heinrich



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