„Meldehöfe“ sind neuer Mittelpunkt

ADTV-Tanzlehrer Martin Muschick bietet im Club „Mangold“ in den „Meldehöfen“ unterschiedliche Kurse für Jugendliche und Erwachsene an Fotos: Bernd Weinreich
ADTV-Tanzlehrer Martin Muschick bietet im Club „Mangold“ in
den „Meldehöfen“ unterschiedliche Kurse für Jugendliche und Erwachsene an Fotos: Bernd Weinreich

Tanzlehrer Martin Muschick bietet komplexes Kurssystem in der August-Bebel-Straße

Cottbus (bw). Das prägendste Gebäude in der August-Bebel-Straße ist der große Verwaltungsbau gegenüber des Schillerplatzes. Im Jahr 1912 bezog hier der „Brandenburgische Knappschaftsverein“ seinen Sitz. Das Gebäude hat eine wechselvolle Geschichte aufzuweisen. Gleich nach dem  Zweiten Weltkrieg zog hier die sowjetische Kommandantur ein. Nach gründlicher Renovierung waren dann von 1961 bis 1990 der Rat der Stadt Cottbus und in den folgenden drei Jahren Stadtarchiv und Stadtmuseum untergebracht. Die Bundesknappschaft, die ab 1995 das historische Gebäude wieder in Anspruch nahm, ergänzte ihre Verwaltung mit zwei angrenzenden Neubauten. In der August-Bebel-Straße hat sich in den letzten Monaten ein eigenständiges Wohngebiet entwickelt: die „Meldehöfe“. Interessant ist dabei die Historie dieses Gewerbehofes zwischen der August-Bebel- und Karl-Liebknecht-Straße. Sicher hätte sich der Tuchmacher Mattheus Melde nicht träumen lassen, dass das Gelände der von ihm 1748 hier gegründeten Kornbrennerei, die sich bis 1914 zu einem der größten Privatunternehmen Deutschlands entwickeln sollte, heute ein beliebtes Wohngebiet ist. Nicht nur bei den Cottbusern ist „Melde“ ein fester Begriff, waren doch die Produkte der nach der Enteignung 1945 unter dem Namen „Konsum Kornbrand- und Likörfabrik Melde“ in der gesamten DDR und auch dem Ausland gut bekannt. Zu den meistgekauften Spirituosen gehörten der „Cottbuser Jubiläumskorn“ und der „Weizendoppelkorn“.
Heute haben sich in den „Meldehöfen“ neben vielen Mietern und Besitzern von Wohneigentum Dienstleister, Handelseinrichtungen und Gastronomie angesiedelt. Hier, im Club „Mangold“, hat sich auch Tanzlehrer Martin Muschick, Mitglied im ADTV und seit einem Jahr selbstständig, ein Studio eingerichtet. „Meine Entwicklung vom engagierten Turniertänzer zum ausgebildeten Tanzlehrer war immer von Leidenschaft geprägt.“ Die Kurssysteme „Rock ’n Roll“ und „Gesellschaftstanz Standard und Latein“ für Paare und Singles sind sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene so konzipiert, dass immer nur wenige Teilnehmer optimal unterrichtet werden können. „Momentan habe ich eine super Gruppe, die sich besonders dem Swing verschrieben hat“, schwärmt Martin Muschick. Daneben bietet er auch einen Jugendkurs und den oft gewünschten Tango-Argentino-Kurs für Einsteiger an.
Seit Juli hat nach 15-jährigem Dienstjubiläum  auch die Rechtsanwältin Sandra Nakonz in der August-Bebel-Straße 87 ihre Kanzlei eingerichtet und berät hier im Erdgeschoss.


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