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Mit den neuen Stadtteilen fair umgehen

Cottbus | Von | 20. September 2003

Die Situation der neuen Stadtteil innerhalb von Cottbus bleibt zehn Jahre nach der Eingemeindung umstritten. In der Mehrheit der 1993 freiwillig eingemeindeten Dörfer ist vergleichende Kritik an der unzureichenden Integration der neuen Stadtteile in die kreisfreie Stadt immer deutlicher zuhören.
Bürger und Ortsausschüsse hatten sich mehr Anbindung an die Stadt gewünscht und auf Impulse für die Infrastruktur gehofft wird. Mit Ausnahme von Möbelwalter in Willmersdorf und in Dissenchen, dem Postversandzentrum und der Justizvollzugsanstalt konnten aber auf dem Wirtschaftssektor kaum Erfolge erreicht werden. Dagegen wurde das Sandsteinwerk in Dissenchen geschlossen und das Gewerbegebiet dieses Stadtteiles hat mit rückläufiger Auslastung zu kämpfen.
Positive Signale zeigten sich in der Ausweiterung neuer Wohnsiedlungen in Sielow, Döbbrick, Merzdorf, Kahren und Branitz. In den neuen Stadtteilen hat es von 1994 bis 2001 einen Zuwachs um rund 3560 Einwohner oder mehr als 45 Prozent gegeben.
Mit dem Wachsen der Wohnsiedlungen hat die verkehrs- und versorgungsmäßige Ausstattung der Stadtteilgebiete aber nicht Schritt halten können. Das betrifft den unkoordinierten Abwasseranschluss in Sielow ebenso wie die ungelöste Radwegesituation im Bereich Kahren-Kiekebusch und Branitz. Und viele Einwohner haben die schmerzliche Erfahrung machen müssen, dass sie durch kommunale Regelungen und Verfahren erheblichen finanziellen Mehrbelastungen ausgesetzt sind. Erfordernisse der dörflichen Strukturen wurden einfach ignoriert. Dabei handelt es sich beispielsweise um Umlageforderungen für den Straßenbau in Kahren und Dissenchen sowie um die Ausgestaltung der neuen Abwassersatzung und der Friedhofssatzung, die allesamt auf das Unverständnis und den Protest der Betroffenen stoßen mussten.
Ortsbeiräte beklagen die Tatsache, dass in den neuen Stadtteilen deutlich weniger Mittel für traditionelle soziale, kulturelle und sportliche Maßnahmen für Bürger und Vereine zur Verfügung stehen, als in Nachbargemeinden im Spree-Neiße-Kreis.
Die Stadtverwaltung und die neu zu wählende Stadtverordnetenversammlung wären gut beraten, mit den spezifischen Bedingungen, die in den neuen Stadtteilen herrschen, einfühlsam und sachgerechter als bisher umzugehen. Es bleibt zu hoffen, dass die Regelungen, die in weitgehender Übereinkunft mit den drei im Oktober zwangsweise zu Cottbus kommenden Gemeinden getroffen wurden, gemeinsam mit den Einwohnern und fair umgesetzt werden.
Siegfried Silk
Cottbus

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